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Komplex und intensiv im Geschmack mit stabiler Crema, so sollte er sein, der perfekte Espresso.
Komplex und intensiv im Geschmack mit stabiler Crema, so sollte er sein, der perfekte Espresso.(Foto: picture alliance / dpa)

Wo gibt's Genuss auf Knopfdruck?: Espressomaschinen im Test

Schlichte Kaffeemaschinen gibt es für 20 Euro, doch wer Cappucchino, Latte Macchiato oder guten Espresso zu Hause zubereiten möchte, der muss deutlich mehr ausgeben. Doch wenn man schon ein paar hundert Euro für eine Espressomaschine hinlegt, dann sollte es auch eine gute sein. Die Stiftung Warentest hat 14 Kandidaten unter die Lupe genommen.

Filterkaffee ist keine Kunst, ein guter Espresso hingegen schon. Nicht umsonst arbeiten in der Gastronomie bisweilen professionelle Barista, die aus den klassischen Siebträgermaschinen das Beste herausholen. Die bequeme Lösung für zu Hause sind Vollautomaten, die Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato auf Knopfdruck liefern. 14 Maschinen zwischen 310 und 1100 Euro hat die Stiftung Warentest jetzt getestet. Nicht nur beim Preis gibt es demnach große Unterschiede, sondern zum Teil auch bei der Handhabung und dem Stromverbrauch.    

Allzu viel kann man beim Kauf aber nicht falsch machen: Über die Hälfte aller Geräte bekam die Note "Gut" und richtig schlecht war keiner der Testkandidaten. Alle können zum Espresso auch Milchschaum liefern, allerdings mit unterschiedlichen Techniken: Bei den komfortablen One-Touch-Geräten fließt die Milch auf Knopfdruck vor dem Kaffee in die Tasse. Billiger sind Maschinen, bei denen der Schaum separat erzeugt wird. Die Milch kommt dann durch einen Schlauch oder eine Dampfdüse. Mit Dampfdüse funktioniert auch die günstigste Maschine im Test, die Philips Saeco Intelia Focus, die schon für weniger als 300 Euro zu haben ist.

Sie sei allerdings etwas umständlich in der Bedienung, bemängeln die Tester. Und auch die Reinigung sei nicht ganz einfach gewesen. Damit haben allerdings auch einige andere Maschinen Probleme. Vorbildlich ist das Hygiene-Thema bei der teuren Krups Automatic Espresso EA9000 gelöst: Hier spült sich die Milchdüse nach dem Brühen von selbst. Für die gründliche Reinigung gibt es ein spezielles Programm, durch das der Nutzer Schritt für Schritt über das Display geführt wird. Eine praktische Sache, denn regelmäßige Wartung ist unerlässlich, wenn man lange Freude an der Maschine haben will. Ansonsten drohen Ausfälle und Schimmel.

Bei Faulheit droht Schimmel

Ihre Strapazierfähigkeit mussten die Testkandidaten in einem anspruchsvollen Dauertest beweisen: Reinigen und Entkalken erfolgten erst dann, wenn es absolut nicht mehr zu vermeiden war, außerdem forderten die Tester stundenlang einen Espresso nach dem anderen an. Fast alle Maschinen machten das mit, nur der Primadonna S von De'Longhi ging schon nach einem Drittel der Zeit die Puste aus. Sie sendete eine Fehlermeldung und brauchte erst eine Ruhepause, um sich zu erholen. "Schnelle Überhitzung", so die Warentest-Diagnose, zusätzlich verschlechterten Probleme mit der elektronischen Sicherheit das Testurteil.

Sensorisch lieferte die Primadonna hingegen gute Ergebnisse, weder am Espresso noch am Milchschaum gab es etwas auszusetzen. Auch die meisten anderen Geräte im Test konnten geschmacklich überzeugen. Knapper Sieger bei den Vollautomaten wurde die schlanke Jura ENA Micro 9 Touch für rund 765 Euro, dicht gefolgt von der Nivona NICR 830, die im Fachhandel ab 900 Euro zu haben ist. Wer nicht so viel Geld ausgeben will, findet bei den Geräten mit separatem Milchaufschäumer Alternativen: Am besten schnitt die Bosch VeroCafe Latte ab, baugleich ist die  EQ.5 macchiato von Siemens. Im Handel findet man die Geräte ab 550 Euro. Noch günstiger ist die kompakte  DeLonghi Magnifica S ECAM 22.110.B für rund 400 Euro, die ebenfalls "gut" abschneidet. Freude an dem Gerät hat man allerdings erst, wenn man die Bedienungsanleitung verinnerlicht hat, warnen die Tester. Guter Kaffee macht eben etwas Aufwand - auch zu Hause.

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Quelle: n-tv.de

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