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Der Kunde ist König: Selbst wenn nichts mehr geht, muss beim Service noch was gehn.
Der Kunde ist König: Selbst wenn nichts mehr geht, muss beim Service noch was gehn.(Foto: picture alliance / dpa)

Betreuung in der Wartezeit ist Pflicht: EuGH stärkt Rechte der Fluggäste

Die Versorgung ihrer Passagiere gehört zu den obersten Geboten für Fluggesellschaften, auch wenn die Flüge abgesagt werden. Fluggäste dürfen nicht ihrem Schicksal überlassen werden, entscheiden die Richter des EuGH. Das gilt auch, wenn es sich um Stornierungen wegen höherer Gewalt handelt, wie beim Vulkanausbruch in Island.

Airlines müssen Kunden selbst dann betreuen, wenn die gebuchten Flüge wegen "außergewöhnlicher Umstände" wie etwa Luftraumsperrungen aufgrund eines Vulkanausbruchs annulliert wurden. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) zugunsten einer Kundin der Fluggesellschaft Ryanair in einem in Luxemburg verkündeten Urteil.

Damit haben Reisende, die wegen Naturkatastrophen gestrandet sind, auch über mehrere Tage hinweg Anspruch auf Kostenübernahme durch die Airline für Hotel, Mahlzeiten, Erfrischungen und ein Telefonat. 

Hintergrund des Falls ist der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjaföll im Frühjahr 2010, der mit seiner Aschewolke fast einen Monat lang für eine Sperrung großer Teile des europäischen Luftraums gesorgt hatte. Millionen Reisende in aller Welt saßen fest.

Nach dem Urteil der Richter, können betroffene Passagiere die Geld vorgestreckt haben, ihre Auslagen vom Anbieter zurückverlangen. Dafür gibt es jedoch auch Grenzen: Die Ausgaben müssen notwendig, angemessen und zumutbar gewesen sein. Was das im Einzelfall bedeutet, müssten nationale Gerichte klären, so der EuGH. Zudem seien diese Kosten nicht mit einer Entschädigung zu verwechseln. Darauf haben Reisende nur Anspruch, wenn Verzögerung oder Ausfall organisatorische Gründe haben.

Die Klägerin musste wegen der Schließung des Luftraums eine Woche auf ihren Rückflug von Portugal nach Dublin warten. In dieser Zeit wurde sich nicht von Ryanair betreut. Die Frau verlangt 1100 Euro Schadenersatz für Mahlzeiten, Getränke und Hotelkosten.  Die Klage gegen Ryanair ist bei einem irischen Gericht anhängig. Die dortigen Richter müssen jetzt über die Summe entscheiden. Sie hatten ihre Kollegen beim EuGH um Hilfe bei der Auslegung des EU-Rechts gebeten.

Quelle: n-tv.de

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