Ratgeber

Schutz für langjährige Mitarbeiter : Fehlzeiten kein Kündigungsgrund

Nach 15 Jahren im Unternehmen spielt die Gesundheit einer Postangestellten nicht mehr mit: Bis zu 80 Fehltage im Jahr häuft die Frau an. Die Firma will sie daraufhin entlassen - doch das darf sie nicht.

Trotz "negativer gesundheitlicher Zukunftsprognose" dürfen treue Mitarbeiter nicht einfach entlassen werden.
Trotz "negativer gesundheitlicher Zukunftsprognose" dürfen treue Mitarbeiter nicht einfach entlassen werden.

Langjährige Mitarbeiter eines Unternehmens genießen auch dann Schutz vor Kündigung, wenn sie oft wegen Krankheit fehlen. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Frankfurter Richter kippten mit ihrem Urteil die Kündigung einer Briefsortiererin, die über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren hinweg überdurchschnittliche Fehlzeiten aufzuweisen hatte.

Die Frau war 16 Jahre bei dem Postunternehmen beschäftigt und deshalb ordentlich unkündbar. Zuletzt musste sich die Frau wegen hartnäckiger Schmerzen sehr oft krankschreiben lassen. Nachdem sie innerhalb von zweieinhalb Jahren als Teilzeitkraft jährlich bis zu 80 Tage fehlte, schickte ihr die Firma die fristlose Kündigung "mit sozialer Auslauffrist". Die Lohnfortzahlungskosten betrügen bereits knapp 11.000 Euro, weitere seien dem Unternehmen nicht zumutbar.

Laut Urteil muss eine Interessenabwägung allerdings zugunsten der langjährigen Arbeitnehmerin ausgehen. Ein Zeitraum von nur zweieinhalb Jahren sei bei 16 Jahren Betriebszugehörigkeit zu kurz, um eine negative gesundheitliche Zukunftsprognose stellen zu können. Insbesondere hätte das Unternehmen bei einer Mitarbeiterin mit derart langer Zugehörigkeit den Versuch einer betrieblichen Wiedereingliederungsmaßnahme unternehmen müssen, heißt es in der Entscheidung.

Quelle: n-tv.de

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