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Lebensversicherer zahlen weiter: Garantiezins in Gefahr?

Der Schreck ist groß. Ausgerechnet bei des Deutschen liebster Sparanlage drohen laut Medienberichten einige Lebensversicherungen mit der Aussetzung des Garantiezinses. Auch sollen einige Versicherer ihren Kunden neue Policen mit schlechteren Konditionen zum Tausch anbieten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft dementiert.

Drum prüfe wer sich ewig bindet.
Drum prüfe wer sich ewig bindet.(Foto: picture alliance / dpa)

Die deutschen Versicherer haben einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach immer mehr Lebensversicherer ihren Kunden den Garantiezins offenbar nicht mehr in voller Höhe auszahlen könnten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) erklärte: "Wir können nicht bestätigen, dass einzelne Versicherungsunternehmen erwägen, bei der Finanzaufsicht BaFin die zeitweise Aussetzung der garantierten Zinszahlungen an ihre Kunden zu beantragen." Weiter hieß es: "Die Meldung, dass immer mehr Lebensversicherer den Garantiezins nicht mehr in voller Höhe zahlen können, ist falsch."

Darüber hinaus gab es Medienberichte, wonach einige Lebensversicherer für ihre Kunden die Überschussbeteiligung zeitweilig aussetzen möchten. Hierzu machte der GDV keine Angaben.

Bei einer klassischen Lebensversicherung wird dem Versicherten eine garantierte Mindestverzinsung seines Sparguthabens abzüglich der Kosten zugesichert. Darüber hinaus muss die Versicherung ihre Kunden an den Überschüssen beteiligen, die sie zum Beispiel am Kapitalmarkt erwirtschaftet.

Bund der Versicherten bestätigt Bericht

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, erste Gesellschaften böten ihren Kunden neue Policen mit schlechteren Konditionen zum Tausch an. Dazu erklärte der GdV: "Es gibt keine Strategie von Lebensversicherern, Kunden zu einem Wechsel von älteren Verträgen mit höherer Verzinsung in niedriger verzinste Verträge zu bewegen." Allerdings hatte der Bund der Versicherten gegenüber der Zeitung diese Praxis bei einigen Versicherungen bestätigt. 

Der GDV beruft sich auf Einschätzungen der Ratingagentur Fitch, wonach die deutschen Versicherungsunternehmen auf die Herausforderungen der anhaltenden Niedrigzinsen gut vorbereitet seien. Auch die BaFin habe erst vor Kurzem bestätigt, dass die Lebensversicherer ihre Verpflichtungen auch in einer extremen Niedrigzinslage noch "etliche Jahre" erfüllen könnten.

Der Garantiezins auf Lebensversicherungen liegt derzeit bei 1,75 Prozent. Weil als sicher geltende Staatsanleihen immer niedrigere Zinsen abwerfen, reichen die Erträge aus dem Kauf von Staatsanleihen derzeit nicht aus, um den Garantiezins langfristig zu erwirtschaften. So rentieren deutsche Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit derzeit nur mit 1,37 Prozent. Problematisch könnte es für die Versicherer vor allem werden, Altverträge, die vor dem Jahr 2000 abgeschlossen wurden, mit einem Garantiezins von bis zu 4 Prozent zu bedienen.

Der GDV hatte in den letzten Jahren wiederholt deutlich gemacht, dass die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken zur Stützung von Banken und Staaten zu einer zunehmenden Belastung von Altersvorsorgesparern wird. Allerdings erklärte der Verband, die Behauptung, dass für einzelne Unternehmen die vorhandenen Mittel ab 2018 nicht mehr ausreichen könnten, um neben den Verpflichtungen gegenüber den Kunden auch die zusätzlichen, aufsichtsrechtlich geforderten Eigenkapitalanforderungen darzustellen, beruhe auf rein hypothetischen Betrachtungen.

Quelle: n-tv.de

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