Ratgeber

Recht auf Rückgabe: Immer schriftlich bestätigen lassen

Manchmal fällt der Fehler erst zu Haus auf: Wenn sich neu gekaufte Artikel als fehlerhaft erweisen, darf man sie zurückgeben. Doch was, wenn die Ware einfach nicht gefällt, nicht richtig passt oder sich als überflüssig herausstellt?

Als Nachweis könnte etwa eine Notiz auf dem Kassenzettel dienen.
Als Nachweis könnte etwa eine Notiz auf dem Kassenzettel dienen.

Viele große Ketten handhaben das Umtauschrecht sehr kulant: Erst kaufen, dann nochmal überlegen. Und wenn man die Ware doch nicht will, gibt's Geld zurück. Wer daraus ein generelles Umtauschrecht bei Nichtgefallen ableitet, der irrt sich aber. Das hat nun das Amtsgericht München klargestellt (Az. 155 C 18514/11). Haben Händler und Käufer eine Umtauschmöglichkeit vereinbart, muss der Käufer das auch nachweisen können.

Im verhandelten Fall ging es um Ware, die auch bei vielen großen Händlern vom Umtausch ausgeschlossen ist: Unterwäsche. Die Käuferin erwarb in einem Miederwarengeschäft einen Bikini, einen Slip und eine Corsage zum Preis von insgesamt 347 Euro. Zwei Tage später kam ihr Ehemann in den Laden und wollte die Sachen zurückgeben sowie den Kaufpreis erstattet bekommen. Die Inhaberin des Geschäfts weigerte sich jedoch. Unterwäsche könne nicht so einfach zurückgenommen werden.

Ohne Beweis kein Geld zurück

Die Kundin argumentierte, man habe ihr zugesagt, dass sie die Teile zurückgeben könne. Schließlich sollten Slip und Corsage Teil eines Brautkleides sein und hätten mit dessen Farbe abgestimmt werden müssen. Die Ladeninhaberin wollte von so einer Vereinbarung nichts wissen, woraufhin die Kundin klagte.

Erfolglos: Das Amtsgericht München bestätigte, dass es grundsätzlich kein Recht auf Umtausch bei Nichtgefallen gibt. Wenn, dann müsse es vertraglich vereinbart werden. Wer im Zweifelsfall den Kaufpreis zurück haben will, muss auch das extra festlegen. Ansonsten wird die Ware gegen Andere umgetauscht. Nachdem die Verkäuferin bestritt, dass es überhaupt eine solche Vereinbarung gab, hatte die Klägerin schlechte Karten. Sie hätte sich ihr Rückgaberecht schriftlich bestätigen lassen müssen.

Quelle: n-tv.de

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