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Zu viele Fehltage: Keine Kündigung für Schwangere

Häufiges Fehlen vor und während der Schwangerschaft ist kein Kündigungsgrund. Das gilt sogar bei häufigen, unentschuldigten Fehlzeiten. Ein Gericht entscheidet, dass werdende Mütter besonders geschützt werden müssen.

Der Arbeitgeber darf schwangeren Arbeitnehmerinnen nicht ohne weiteres wegen Fehlverhaltens kündigen.
Der Arbeitgeber darf schwangeren Arbeitnehmerinnen nicht ohne weiteres wegen Fehlverhaltens kündigen.

Schwangere Arbeitnehmerinnen genießen besonderen Schutz. Der Arbeitgeber darf ihnen deshalb nicht ohne weiteres wegen Fehlverhaltens kündigen. Dies gilt auch, wenn die Frau häufig und unentschuldigt vor und während der Schwangerschaft fehlt. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden. Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin.

In dem Fall hatte eine Auszubildende im Jahr insgesamt 48 Tage gefehlt, in der Mitte des darauffolgenden Jahres waren es 27 Tage. Im Februar teilte sie dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mit. Wegen der vielen Fehlzeiten wollte er ihr kündigen.

Die Richter erklärten die Kündigung für unzulässig. Die Fehlzeiten reichten als Grund nicht aus, um der schwangeren Arbeitnehmerin zu kündigen. Die werdende Mutter müsse so geschützt werden, dass sie ein gesundes Kind zur Welt bringen kann. Durch den Erhalt ihres Arbeitsplatzes müsse sie sich keine wirtschaftlichen Sorgen machen. Eine Kündigung sei außerdem eine psychische Belastung, die während der Schwangerschaft vermieden werden sollte.

Nach § 9 Abs. 1 Satz 1 Mutterschutzgesetzes (MuSchG) ist die Kündigung gegenüber einer Frau während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung unzulässig, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder innerhalb zweier Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird. Gemäß § 9 Abs. 3 Satz 1 MuSchG kann die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle in besonderen Fällen, die nicht mit dem Zustand einer Frau während der Schwangerschaft oder ihrer Lage bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung in Zusammenhang stehen, ausnahmsweise die Kündigung für zulässig erklären.

Quelle: n-tv.de

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