Ratgeber

Kündigung droht: Kleiderordnung ist bindend

Missachtet ein Arbeitnehmer die Kleidervorschriften im Betrieb, kann das zur Kündigung führen. Das gilt nicht nur für Sicherheitskleidung - auch einheitliche Kittel und Uniformen müssen getragen werden, wenn der Arbeitgeber das vorsieht.

Mit der falschen Kleidung verstößt ein Beschäftigter gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten und kann dafür sogar gekündigt werden. Das hat das Arbeitsgericht Cottbus  entschieden. Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin.

In dem Fall sollten die Mitarbeiter eines Möbelhauses während der Arbeit einheitliche Kleidung tragen. Eine Arbeitnehmerin weigerte sich, der neuen Kleiderordnung nachzukommen.

Die Geschäftsführung des Möbelhauses traf im April 2011 die Entscheidung zur Einführung einer einheitlichen Dienstbekleidung für alle Mitarbeiter im Verkauf und Information. Mit Wirkung zum 01.09.2011 sollten die Mitarbeiter schwarze Hosen oder Röcke, weiße Hemden oder Blusen, dunkelfarbige Schuhe und einen roten Binder oder ein rotes Tuch während der Arbeit tragen. Zusätzlich war es gestattet bei Bedarf ein schwarzes Jackett, Pullover mit V-Ausschnitt, Weste oder Strickjacke zu tragen.

Das Möbelhaus stellte die roten Binder und Tücher. Die übrige Kleidung sollte von den Mitarbeitern selbst gegen eine einmalige Zuzahlung in Höhe von 200,00 € gegen Beleg erworben werden. Der Arbeitgeber informierte ihre Mitarbeiter über die Einzelheiten im Zusammenhang mit der neuen Dienstkleidung mit dem Merkblatt – Arbeitsbekleidung – vom 06.05.2011. Der Klägerin sandte der Arbeitgeber das Merkblatt am 22.07.2011 zu, da die Arbeitnehmerin längerfristig arbeitsunfähig erkrankt war.

Im Oktober 2011 erschien die Arbeitnehmerin zu ihrem ersten Arbeitstag ohne die Vorgaben für eine einheitliche Dienstkleidung einzuhalten. Der Arbeitgeber erteilte der Mitarbeiterin daraufhin deine schriftliche Abmahnung und stellte sie für den Erwerb einer den Vorgaben entsprechenden Dienstkleidung für diesen Tag von der Arbeit frei. Am folgenden Tag erschien die Mitarbeiterin wiederum zur Arbeit ohne die Vorgaben der einheitlichen Dienstkleidung einzuhalten.Daraufhin mahnte der Arbeitgeber die Frau zum zweimal ab. Nachdem die Frau erneut nicht in der geforderten Kleidung erschien, kündigte ihr der Arbeitgeber fristgemäß.

Die Mitarbeiterin klagte - ohne Erfolg. Die Frau habe ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt, so die Richter. Die Frage der Dienstkleidung unterliege grundsätzlich dem Weisungsrecht des Arbeitgebers. Die Kleiderordnung im Betrieb diene dazu, das Personal während der Arbeit erkennbar zu machen. Zwar werde dem Arbeitnehmer dadurch die Möglichkeit genommen, seiner Kleidung eine persönliche Note zu geben. Diese Beschränkung der freien Entscheidung sei jedoch vom Weisungsrecht gedeckt und hier auch angemessen.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen