Ratgeber

Geschäftsreisen: Kontakte zwischen Miles & More

Marcel van Gemerden hat viel zu tun, jettet ständig um die Welt. Selbst zwischen Einchecken und Abflug gönnt er sich keine Ruhe - so wie etliche Geschäftsreisende. Die will er mit seiner Internetseite Skylounge zusammen führen. Dort können die Vielflieger ihre Reiserouten eingeben und erhalten dann per Email bescheid, falls sich ihre Wege kreuzen. "So verpassen sie nie die Gelegenheit, einen alten Schulkameraden, Kommilitonen oder Kollegen zu treffen", erklärt der Unternehmer.

Die Idee klingt gut - ganz neu ist sie nicht. Vorreiter dieser Kontaktbörsen für Geschäftsreisende war Dopplr, das auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Zum Beispiel Igor Schwarzmann. Er setzt Dopplr gezielt bei der Reiseplanung ein: "Wenn meine Bekannten über meinen Dopplr-Account sehen können, dass ich zu einem Geschäftstermin in der Stadt bin, sprechen sie mich dann auch selber an. Über Twitter, zum Beispiel." Ein anderes Netzwerk, mit dem Freunde und Kollegen Kontakt halten können, indem sie kurze Statusmeldungen veröffentlichen - Micro-Blogging nennt man das.

Für den Wissensmanager Michael Domsalla ist Twittern wie SMS-schreiben. Mit dem Vorteil: Jeder kann seine Nachrichten lesen. Er schätzt vor allem den Zwang zu knappen Statements: "Im Gegensatz zu ellenlangen Emails schreiben Leute auf Twitter 140 Zeichen. Sie müssen sich reduzieren und das spart in den meisten Fällen sehr viel Zeit." Domsalla nutzt Twitter gern, wenn er unterwegs ist. "Dann schreibe ich auf Twitter immer mal kurz, wo ich gerade bin." Das heißt, die Leute, die mir wichtig sind, können es lesen" - und so dem Zufall etwas nachhelfen.

Mehr Information als nötig

Dank Seiten wie Dopplr und Twitter wissen Domsalla und Schwarzmann oft lange im Voraus, wen von ihren Freunden und Kunden sie auf ihren Reiserouten treffen können. Doch während sich die Angebote weiter entwickeln, beginnen sich auch die Funktionen zu doppeln. "Bei Twitter kommt es nun mal vor, dass man sagt, ich bin gerade zu einem Geschäftstermin in der Stadt, gleichzeitig hat man seine Reiseroute schon über Dopplr veröffentlicht. Dann überschneiden sich die Informationen", erklärt Schwarzmann.

Viel wichtiger als klassische Werbung ist für die Online-Netzwerke die Mund-zu-Mund-Propaganda. Wer schon registriert ist, zieht automatisch neue Nutzer an. "Ich entscheide mich für die Nutzung eines Tools meistens deswegen, weil Freunde und Bekannte es schon nutzen. Die ziehen mich sozusagen in diese Tools rein", so Domsalla. Die Nutzer entscheiden. Das weiß auch van Gemerden. Darum will er mit seiner Internetseite nicht nur das Warten auf den Abflug verkürzen. Es geht um "Networking", ums Kontakte knüpfen. Zudem bietet Skylounge Informationen zu Restaurants, Hotels und wichtigen Veranstaltungen. Alles maßgeschneidert für den einzelnen Nutzer der Premiumklasse, denn das ist die Zielgruppe des Vielflieger-Portals. Nach dem Motto "Masse statt Klasse " hofft der Firmengründer, die richtigen Leute anzuziehen: "Wir wollen nicht Millionen von Nutzern, sondern Entscheidungsträger in hohen Positionen." Seit Februar ist Skylounge am Start. Jetzt kann van Gemerden nur noch hoffen, dass genug Entscheidungsträger ihre Geschäftsreisen transparent machen wollen.

Quelle: n-tv.de

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