Ratgeber

EU fordert härteres Vorgehen: Kritik an "Apple Care"

Wer neue Ware kauft, hat grundsätzlich zwei Jahre lang Recht auf Gewährleistung. So lange kann man sich an den Händler wenden, wenn ein Produkt nicht so funktioniert, wie es soll. Apple wirbt allerdings mit einem Jahr Herstellergarantie und verkauft teuren Zusatzschutz - zum Ärger der EU.

Apple schwatze Kunden Garantien auf, die sowieso selbstverständlich sind, so die EU.
Apple schwatze Kunden Garantien auf, die sowieso selbstverständlich sind, so die EU.

EU-Kommissarin Viviane Reding lässt im Streit um die  Garantiebedingungen von Apple nicht locker. Sie forderte die europäischen Verbraucherschutzminister erneut zu einem härteren Vorgehen auf. Derzeit informiere der US-Konzern in 21 von 27 EU-Ländern die Verbraucher nicht korrekt über ihre Rechte, so die Justizkommissarin Reding. "Das ist einfach nicht gut genug."

Der Streit läuft bereits seit Jahren. Verbraucherschützer werfen dem iPhone-Konzern vor, prominent für die kostenpflichtige Garantieverlängerung "Apple Care" zu werben, aber zugleich ungenügend über den gesetzlichen zweijährigen Gewährleistungsanspruch zu informieren. Im Dezember 2011 musste Apple deswegen bereits eine Strafe von 900.000 Euro in Italien an den Marktregulierer AGCM zahlen. Außerdem reichten unter anderem in Deutschland Verbraucherschützer Klagen gegen Apple ein. Dennoch wirbt der Konzern weiterhin mit dem Garantieanspruch von zwölf Monaten.

Reding hatte die Länder schon im vergangenen September ermutigt, in der Sache härter durchzugreifen. Es habe sich aber gezeigt, dass das Vorgehen auf nationaler Ebene sehr ungleichmäßig gewesen sei. "Ich glaube, dass die Kommission eine prominentere Rolle bei der Überwachung und Koordination von Anstrengungen zur Durchsetzung der Rechte von EU-Verbrauchern spielen muss", lautet ihre Schlussfolgerung daraus.

Quelle: n-tv.de

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