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(Foto: Sabine Hofschlaeger, pixelio)

Kein Attest, Rauswurf rechtens: Kündigung trotz Krankheit

Ein Mitarbeiter darf fristlos entlassen werden, wenn er nach einer Krankmeldung trotz Abmahnung kein ärztliches Attest vorlegt. Das urteilt das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz.

Nach einem Richterspruch verletzt ein Mitarbeiter "hartnäckig und uneinsichtig" seine Nachweispflichten, wenn er nach einer Krankmeldung trotz Abmahnung kein Attest vorlegt. Daher sei dem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung nicht zumutbar. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz entschieden.

Das Gericht wies mit seinem Urteil eine Kündigungsschutzklage ab. Im Arbeitsvertrag des Klägers hieß es, dass eine Erkrankung schon ab dem ersten Krankheitstag durch eine ärztliche Bescheinigung nachzuweisen sei. Der Kläger kam dem nicht nach und reagierte zunächst auch nicht auf eine entsprechende Abmahnung.

Daraufhin kündigte ihm der Arbeitgeber fristlos. Das LAG bestätigte die Rechtmäßigkeit der Kündigung. Die Richter betonten, die Klausel im Arbeitsvertrag sei gültig, denn ein Arbeitgeber müsse keine drei Tage abwarten, bis er ein ärztliches Attest verlange. Da der Kläger auch auf eine entsprechende Abmahnung nur verspätet reagiert habe, sei das Verhalten ein grober Verstoß gegen seine vertraglichen Pflichten.

Das Landesarbeitsgericht Köln hatte bereits in einem früheren Urteil entschieden, dass Arbeitgeber ab dem ersten Krankheitstag ein Attest verlangen dürfen. Eine Begründung dafür müsse er nicht angeben. Bis dato war es juristisch aber umstritten, ob der Arbeitgeber dafür einen besonderen Grund braucht.

Ungeachtet dessen können Arbeitnehmer im Krankheitsfall mit Attest bis zu sechs Wochen pro Jahr fehlen, ohne deswegen eine Kündigung fürchten zu müssen. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz hervor. Nach Auffassung der Mainzer Richter sind Fehlzeiten, die eine Dauer von sechs Wochen pro Kalenderjahr nicht übersteigen, "noch nicht kündigungsrelevant".

Laut Gesetz muss ein Mitarbeiter nach spätestens drei Kalendertagen eine ärztliche Krankschreibung bei seinem Arbeitgeber vorlegen.

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Quelle: n-tv.de

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