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Makler geht leer aus: Ohne Vertrag keine Provision

Makler werden mal vom Verkäufer bezahlt, mal vom Käufer und in vielen Fällen von beiden. Wenn es dumm läuft, bleiben sie aber auch auf den Gebühren sitzen. So etwa im Fall, den das Münchner Amtsgericht zu entscheiden hatte. Der Makler hatte nur im Exposé auf die Gebühren hingewiesen, aber keinen extra Vertrag mit dem Kunden geschlossen.

Eine Maklerprovision muss eindeutig abgesprochen werden. Gibt es lediglich einen Hinweis im Exposé eines Hauses oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, muss ein Käufer die Provision nicht zahlen. Das Amtsgericht München hat entschieden, dass dieser Hinweis allein nicht ausreichend sei (Az. 222 C 5991/11).

In dem verhandelten Fall beauftragte der Eigentümer eines Anwesens eine Maklerfirma, dieses Anwesen zu verkaufen. Daraufhin schaltete der Makler eine Anzeige bei  "Immobilienscout". Vor einem Besichtigungstermin mit einem Interessenten schickte der Makler ein Exposé, in dem der Kaufpreis mit 1.200.000 Euro zuzüglich 3,57 Prozent Maklercourtage angegeben war. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Maklerfirma stand, dass es gestattet sei, für beide Parteien als Makler provisionspflichtig tätig zu sein.

Der Interessent kaufte die Immobilie, nachdem er alle Bedingungen mit dem Verkäufer geklärt hatte, zum Preis von 1.088.000 Euro. Die Maklerfirma, die vom Verkäufer bereits eine Maklerprovision bekommen hatte, verlangte daraufhin vom Käufer eine Provision, basierend auf dem ursprüngliche aufgerufenen Kaufpreis. Der Käufer lehnte aber ab, dies zu zahlen.

Mit Recht, entschied das Amtsgericht: Schließlich sei ein gültiger Maklervertrag zwischen Maklerfirma und Käufer überhaupt nicht zustande gekommen. Die Parteien hätten diesen Punkt nicht ausdrücklich angesprochen. Wer sich an einen Makler wende, der mit Angeboten werbe, erkläre dadurch noch nicht seine Bereitschaft zur Zahlung einer Maklerprovision. Vielmehr dürfe er davon ausgehen, dass der Makler das Objekt von dem Verkäufer an die Hand bekommen habe und deshalb eine Leistung für den Verkäufer erbringe.

Quelle: n-tv.de

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