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Standardbrief wird teurer: Post schlägt beim Porto drauf

An die 60-Cent-Briefmarke hatte man sich schnell gewöhnt, doch schon im Januar heißt es Abschied nehmen von der runden Summe. Die Post will das Porto für den Standardbrief erneut heraufsetzen. An anderer Stelle ist aber auch eine Preissenkung geplant.

Private Briefe befördert die Post seltener als früher, dafür profitiert sie vom Online-Shopping.
Private Briefe befördert die Post seltener als früher, dafür profitiert sie vom Online-Shopping.(Foto: imago/Westend61)

Briefe sollen wieder teurer werden. Die Deutsche Post will das Porto für den Standardbrief im kommenden Jahr erneut um zwei Cent erhöhen. Der Preis solle im nächsten Jahr von jetzt 60 auf 62 Cent steigen, kündigte die Post an. Damit hat die 60-Cent-Briefmarke nicht lange Bestand, der runde Preis galt erst seit Anfang 2014. Die Bundesnetzagentur hat jetzt 14 Tage Zeit, um über den Antrag der Post zu entscheiden.

Der ehemalige Monopolist plant auch Preissenkungen: Der Kompaktbrief soll nur noch 85 statt bisher 90 Cent kosten. Er darf 50 Gramm wiegen und mit einem Zentimeter doppelt so dick sein wie der Standardbrief. Für Postkarten bleibt es bei der 45-Cent-Marke, wenn sie innerhalb Deutschlands verschickt werden. Für Postkarten ins Ausland erhöht sich das Porto um 5 Cent auf 80 Cent.  

Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Nachnahme bleiben unverändert und Großbriefe bis 500 Gramm sollen wie bislang für 1,45 Euro auf die Reise gehen. Auch der Preis für Maxibriefe bleibt konstant bei 2,40 Euro. Werbekunden müssen hingegen künftig etwas tiefer in die Tasche greifen, wenn sie inhaltsgleiche Massensendungen verteilen wollen. Auch das Postwurfspezial wird erstmals seit zehn Jahren teurer. Das betrifft teiladressierte Sendungen, die sich beispielsweise an "Alle Haushalte in der XY-Straße 15" wenden.

Höhere Kosten für Personal und Logistik

Die Post begründet die Preiserhöhungen mit "deutlich gestiegenen Personalkosten". Außerdem müssten Investitionen in Logistik und Infrastruktur finanziert werden. Die Deutsche Post profitiert zwar vom boomenden Onlinehandel, steht in der Briefsparte aber unter Druck, weil die klassische Briefzustellung immer stärker durch E-Mail und Internet verdrängt wird. 2013 hatten die Bonner das Porto zum ersten Mal seit zehn Jahren um drei Cent angehoben.

Wegen ihrer Marktmacht muss sich die Deutsche Post – anders als die Konkurrenz – Änderungen im Briefbereich von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Stimmt die Behörde zu, gelten die neuen Preise ab 1. Januar 2015. Die 60 Cent-Marken behalten auch darüber hinaus ihre Gültigkeit. Für nicht aufgebrauchte Bestände bietet die Post Zwei Cent-Ergänzungsmarken an. Die neuen 62 Cent-Briefmarken sollen ab Dezember verkauft werden.

Quelle: n-tv.de

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