Ratgeber

Arbeitsplatz verlassen: Rauswurf wegen Abwesenheit

Eigentlich ist der Aufgabenbereich eines Wachmannes klar definiert: Er soll den Produktionsbereich einer Münzprägeanstalt überwachen. Tut er aber nicht. Später wird der Verlust von Gold im Wert von 74.000 Euro festgestellt. Daraufhin ist der Mann seinen Job los.

Wer im Beruf seinen Aufgaben nicht nachkommt, kann fristlos entlassen werden. Das gilt insbesondere für das Arbeitsverhältnis eines Sicherheitsmitarbeiters, wenn er die ihm anvertraute Ausgangskontrolle in einem besonders zu sichernden Bereich während eines erheblichen Zeitraums ohne Grund verlässt. Dies hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg entschieden (Az.: 17 Sa 810/15).

Im verhandelten Fall hatte der Arbeitgeber, ein Unternehmen des Wach- und Sicherheitsgewerbes, einen Mitarbeiter bei der Kontrolle des Ausgangs des Produktionsbereichs einer Münzprägeanstalt eingesetzt. Der Produktionsbereich wurde durch ein Drehkreuz gesichert. Die Mitarbeiter konnten das Drehkreuz öffnen, sofern es nicht durch einen Zufallsgenerator gesperrt wurde - dann wurden die Passanten einer Personenkontrolle durch das Wachpersonal unterzogen. Der Arbeitnehmer schaltete den Zufallsgenerator aus und verließ den Kontrollbereich ungesichert und ohne für einen Ersatz zu sorgen. Er hielt sich anschließend aus privaten Gründen längere Zeit bei einem Mitarbeiter der Münzprägeanstalt auf.

Während seiner Abwesenheit konnte der Produktionsbereich unkontrolliert verlassen werden. Wenige Tage später stellte die Münzprägeanstalt einen Verlust von Gold im Wert von etwa 74.000 Euro fest. Der Arbeitgeber kündigte dem Mann daraufhin aus wichtigem Grund. Dagegen wehrte sich der Mann mit einer Klage.

Ohne Erfolg. Das LAG hält die außerordentliche Kündigung – anders als noch das Arbeitsgericht – für wirksam. Demnach hat der Arbeitnehmer den von ihm zu sichernden Bereich für einen erheblichen Zeitraum verlassen, ohne für einen Ersatz für die Sicherung des Bereiches zu sorgen. Damit hat er das besondere Sicherungsinteresse der Münzprägeanstalt verletzt, für das der Arbeitgeber einzustehen hat. Angesichts dieser schwerwiegenden Pflichtverletzungen ist es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten, den Arbeitnehmer abzumahnen und ihn anschließend wieder als Sicherheitsmitarbeiter zu beschäftigen. Vielmehr durfte er nach Auffassung des LAG das Beschäftigungsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beenden.

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Quelle: n-tv.de

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