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Arbeitgeber darf nicht alles: Schadenersatz für mieses Zeugnis

Ein extrem schlechtes Arbeitszeugnis verbaut einem viele Chancen auf einen neuen Job. Ist die Bescheinigung zu negativ und dies nachweislich schuld an einer Absage, kann Arbeitnehmern Schadenersatz zustehen.

Ist beim Bemühen um einen neuen Job extrem wichtig: ein gutes Arbeitszeugnis.

Erhalten Angestellte ein zu schlechtes Arbeitszeugnis, können sie dafür Schadenersatz bekommen. So muss der Arbeitgeber Betroffene dafür entschädigen, wenn ein unangemessenes Zeugnis nachweislich der Grund für eine Absage beim Bewerben um einen neuen Job war. Das gilt zumindest, wenn der Arbeitgeber zuvor einer gerichtlichen Aufforderung zur Änderung des Zeugnisses nicht nachgekommen ist, wie das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven entschieden hat. Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin.

In dem Fall hatte ein Arbeitgeber bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses seinem ausgeschiedenen Mitarbeiter zunächst gar kein Zeugnis ausgestellt. Der ehemalige Angestellte hatte dies mehrfach angemahnt und berief sich darauf, er habe sich zwischenzeitlich bei mehreren Arbeitgebern beworben. Von dort hätte er aber nur Absagen erhalten, die damit begründet wurden, dass er kein Zeugnis vorlegen könne.

Nun wurde dem Arbeitnehmer ein zu schlechtes Zeugnis ausgestellt. Ein Gericht verurteilte den ehemaligen Arbeitgeber daraufhin zu einer Korrektur. Dem kam der Arbeitgeber aber nicht nach.

Als der frühere Mitarbeiter sich woanders auf eine Stelle als Assistent der Geschäftsführung bewarb, bekam er eine Absage. Der Grund: Das Zeugnis sei zu schlecht. Daraufhin verlangte der Arbeitnehmer von seinem alten Arbeitgeber Schadensersatz.

Mit Erfolg: Das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven sprach dem Mann einen Schadenersatz in Höhe von rund 3500 Euro zu. Vor Gericht bestätigte die Firma, bei der er sich beworben hatte, dass das schlechte Zeugnis der Grund für die Absage war. Damit konnte der Mitarbeiter nachweisen, dass ihm ein Schaden entstanden war. Bei der Bemessung des Schadenersatzes ging das Gericht davon aus, dass der Kläger mindestens für sechs Wochen angestellt worden wäre, und legte dafür dieses fiktive Gehalt zugrunde.

Arbeit, Verkehr, Familie: Rechtsschutzversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de

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