Ratgeber

Skandalöse Fehlerquote: Schufa-Auskunft oft falsch

Daten über die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern sind oft falsch. Einträge etwa bei der Wirtschaftsauskunftei Schufa basierten in 46 Prozent aller Fälle auf fehlerhaften Daten, ergab eine Studie, die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner vorstellte. Das sogenannte Scoring ist ein gängiges Verfahren von Banken, Versicherungen oder Einzelhändlern zur Bewertung ihrer Kunden. Die Scores sollen Auskunft über die Zahlungsmoral und Zahlungskraft von Kunden geben. Verbraucherschützer kritisieren das Verfahren schon lange als oftmals willkürlich.

Schufa-Daten werden nicht nur für Kreditauskünfte benutzt. Selbst bei Versandhäusern und Mobilfunkverträgen werden die Schufa oder andere Auskunfteien angefragt.
Schufa-Daten werden nicht nur für Kreditauskünfte benutzt. Selbst bei Versandhäusern und Mobilfunkverträgen werden die Schufa oder andere Auskunfteien angefragt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

 

Das Institut für Grundlagen und Programmforschung prüfte im Auftrag des Ministeriums die großen Auskunfteien Schufa, Creditreform, Bürgel und Arvato. Bei der Schufa kritisierten die Tester vor allem die hohe Fehlerquote, bei CEG und Arvato die Aussagekraft für Bonitätsbewertungen. Diese sei höchst zweifelhaft. "Das können wir so nicht weiter hinnehmen", sagte Aigner. Sie wertete die Studie als Bestätigung der beschlossenen Verschärfung des Bundesdatenschutzgesetzes, die im April nächsten Jahres in Kraft tritt.

 

Fehler mit Folgen

 

Falsche Daten können fatale Auswirkungen haben. Der Scoring-Wert entscheidet unter anderem darüber, ob und zu welchen Konditionen man einen Kredit oder einen Handy-Vertrag bekommt. Auch Vermieter holen häufig solche Informationen ein, um sicherzustellen, dass ein neuer Mieter regelmäßig seine Miete zahlen wird.

 

Für die Studie des Institut für Grundlagen- und Programmforschung hatten 100 repräsentativ ausgewählte Testpersonen ihre persönlichen Daten bei den Auskunfteien abgefragt. Dabei fanden sich falsche Kontonummern und Handyverträge, die niemals abgeschlossen wurden. Gelegentlich  fehlten aber auch Angaben über vorhandene Girokonten oder laufende Kredite. "Es stellt sich die Frage, wie auf dieser Basis überhaupt zuverlässige Scorewerte zur Bonitätsbewertung von Verbrauchern ermittelt werden", kritisierte Aigner.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen