Ratgeber

Neue Sätze, neue Regeln: So sieht es 2015 im Geldbeutel aus

Gutverdiener werden durch steigende Beitragsbemessungsgrenzen stärker belastet, Hartz-IV-Empfänger bekommen etwas mehr Geld und Rentner dürfen sich auf eine spürbare Erhöhung ihrer Bezüge freuen. Was tut sich sonst noch im neuen Jahr?

Unterm Strich werden die Änderungen für die meisten kaum spürbar sein.
Unterm Strich werden die Änderungen für die meisten kaum spürbar sein.(Foto: imago/Westend61)

Das neue Jahr bringt keinen Geldsegen im großen Stil. Doch Änderungen wie etwa der flächendeckende Mindestlohn, eine leichte Steuerentlastung, aber auch höhere Beiträge zur Sozialversicherung machen sich im Portemonnaie  bemerkbar. "Eine große generelle Entlastung für alle gibt es nicht", betont Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die Neuerungen im kommenden Jahr. "Vieles geschieht automatisch, die große Steuerreform hatten wir natürlich nicht", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Von Fall zu Fall gibt es dennoch Grund zur Freude: Auch 2015 wird ein geringer Anstieg der Verbraucherpreise erwartet. Wer die durchschnittliche Lohnerhöhung von drei Prozent oder sogar mehr herausholt, profitiert davon überproportional. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) werden die Bundesbürger im neuen Jahr im Schnitt 572 Euro und damit 2,7 Prozent mehr für den Konsum zur Verfügung haben als 2014. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Ein bisschen weniger Steuern

Von 2015 an können Arbeitnehmer mit leichten Steuerentlastungen rechnen. Nach einem Entwurf für den neuen Existenzminimumbericht der Regierung muss der steuerliche Grundfreibetrag für Alleinstehende in zwei Stufen bis 2016 angehoben werden. Die Regierung geht demnach davon aus, dass der Freibetrag im kommenden Jahr von derzeit 8354 Euro um 118 auf zunächst 8472 Euro steigen muss. Im Folgejahr wäre eine weitere Erhöhung um 180 Euro auf 8652 Euro fällig. Damit hätten Arbeitnehmer etwas mehr Geld, da der Fiskus erst bei Jahreseinkommen über diesem Betrag Steuern abzieht. Auch die Kinderfreibeträge müssen erhöht werden, was zu einer zusätzlichen Entlastung führt.

Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Auf Gutverdiener kommen aber höhere Beiträge zur Sozialversicherung zu. Das liegt an einer Erhöhung der Bemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialbeiträge gezahlt werden müssen. So müssen künftig in der allgemeinen Rentenversicherung in Westdeutschland bis zu einem Monatsverdienst von 6050 Euro (zuvor: 5950 Euro) Beiträge entrichtet werden. Im Osten steigt die Obergrenze von bislang 5000 auf nunmehr 5200 Euro. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung klettert die bundesweit einheitliche Grenze von derzeit 4050 auf 4125 Euro pro Monat (49.500 Euro im Jahr).

Neuer Krankenversicherungsbeitrag

Neuerungen gibt es auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der allgemeine Satz, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte teilen, sinkt von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent. Der bisherige Sonderbeitrag für Arbeitnehmer von 0,9 Prozent fällt weg - die Kassen können von ihren Mitgliedern künftig aber einen vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrag verlangen. Sie entscheiden selbst über die Höhe. Bei den meisten Kassen gibt es aber allenfalls eine geringfügige Entlastung. Von den großen Kassen senkt kaum eine ihren Satz unter die Marke von 15,4 Prozent – wenn überhaupt.

In der Pflegeversicherung steigt der Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte. Für Kinderlose liegt er künftig bei 2,6 Prozent, für die übrigen Versicherten bei 2,35 Prozent.

Mindestlohn mit Ausnahmen

Rund 3,7 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten im Niedriglohnsektor, teils sind sie auf  Zuschüsse vom Jobcenter angewiesen. Künftig soll die Subventionierung seltener werden, denn die Firmen müssen ihren Mitarbeitern mindestens 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Mit dem allgemeinem, flächendeckenden Mindestlohn will die Bundesregierung der Zunahme von Dumpinglöhnen entgegenwirken. Keinen Mindestlohn gibt es unter anderem für Jugendliche unter 18 Jahren, für Ausbildungspraktika, die nicht länger als drei Monate dauern, sowie für Selbständnige und Freiberufler.  

Hartz-IV-Sätze steigen

Mehr Geld bekommen Hartz-IV-Empfänger: Der Regelsatz für Alleinstehende steigt ab 1. Januar 2015 um acht Euro auf 399 Euro im Monat. Leben zwei Erwachsene in einer "Bedarfsgemeinschaft" zusammen, erhalten sie künftig jeweils 360 Euro pro Person, sieben Euro mehr als 2014.

Rentenerhöhung kommt

Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland können Mitte kommenden Jahres mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Bezüge rechnen. Die Renten könnten laut offiziellen aktuellen Schätzungen um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen. Damit dürfte die Rentenanpassung über der aktuellen Inflationsrate liegen. Im Osten dürfte die Anpassung aufgrund der günstigeren Lohnentwicklung etwas höher ausfallen als im Westen. Sicherheit gibt es aber erst im Frühjahr.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen