Ratgeber

Wenn nichts mehr fließtSo wird der Abfluss sauber

27.07.2009, 09:56 Uhr

Verstopfte Abflüsse gehören zu den kleinen Katastrophen des Alltags. Viele hoffen auf alte Hausmittel, wenn die Brühe im Wachbecken steht. Damit wird die Lage aber oft nur verschlimmbessert.

Verstopfte Abflüsse gehören zu den kleinen Katastrophen des Alltags. Viele hoffen auf alte Hausmittel, wenn die Brühe im Wachbecken steht. Manchmal verschlimmbessern sie die Lage damit aber nur noch. "Hausmittel sind oft kontraproduktiv", warnt Bärbel Neher vom Deutschen Hausfrauen-Bund.

Kaffeesatz beispielsweise sollte niemals als Rohrreinigungsmittel verwendet werden. Er enthalte Fett und binde die Feststoffe im Rohr auf Dauer erst recht. Cola sei ebenfalls problematisch, denn das Getränk verursache in der Kläranlage Aufwand durch den Abbau des Zuckers. Und Backpulver gehöre in den Kuchen, aber nicht in den Abfluss. Auch chemische Abflussreiniger sollten nur im Notfall und mit Bedacht eingesetzt werden. Sie sind extrem umweltbelastend und können die Rohrinnenwände angreifen.

Der Pümpel leistet erste Hilfe

Erste Hilfe bei einer Rohrverstopfung bietet die altbewährte Saugglocke, volkstümlich auch Pümpel genannt. "Diese Glocken bewegen durch wiederholtes Pumpen das im Abfluss gestaute Wasser durch Druck hin und her", erläutert Neher. Auf diese Weise löst sich die Verstopfung. Damit die Saugglocke keine Nebenluft durch den Überlauf ziehen kann, musse dieser abgedichtet werden.

Blockierungen in Abflüssen entstehen unter anderem durch Haare, Haut- und Seifenreste. Am wirksamsten lässt sich ein Abfluss durch Abschrauben des Siphons unterhalb des Waschbeckens reinigen. Dafür braucht man normalerweise keinen Installateur. Besonders leicht verstopfen sogenannte Flaschensiphons, bei denen ein senkrecht nach unten weisendes totes Rohrende gelöst werden muss, heißt es bei der Stiftung Warentest. Deshalb werden heute überwiegend Röhrensiphons eingesetzt. Hier genügt es, die beiden Rändelmuttern am Siphon zu öffnen. Das geht meist einfach mit der Hand. Erst wenn dies keinen Erfolg hat, kann der Einsatz der Rohrzange erforderlich sein. Damit die Chromteile nicht verkratzen, raten Fachleute, ein Tuch um die Muttern zu legen.

Damit der Boden nicht verschmutzt, wird vor dem Lösen des U-förmigen Bogenstücks ein Eimer unter das Waschbecken gestellt. Der Bogen wird dann nach unten gezogen, das restliche Wasser ausgeschüttet und der Schmutz entfernt. Geeignete Hilfsmittel sind hier - so die Warentester - eine biegsame Flaschenbürste oder ein stabiler Draht.

Gründlich saubermachen

Damit der Abfluss wieder läuft, sollte der Heimwerker nicht vergessen, auch den Teil des Rohrs zu reinigen, der in der Wand verschwindet. Der Stutzen zur Wand ist in der Regel mit einer Gummimuffe abgedichtet, die zum Reinigen problemlos herausgezogen werden kann. Wenn sie sich hart und porös anfühlen. Bei der Gelegenheit kann man harte und poröse Gummidichtungen und Gummimuffe gleich erneuern.

Manchmal liegt das Übel hinter dem Siphon in den Rohren in der Wand. Oft wird hier empfohlen, mit einer Reinigungsspirale diese Blockade zu entfernen, indem die Spirale durch das Drehen mit dem Endgriff im Uhrzeigersinn in das Rohre eingeschoben wird. "Auf keinen Fall sollte man mit dieser Methode mehr als 1,5 Meter ins Rohr eindringen", warnt Neher. Sonst besteht die Gefahr, dass die Rohre in der Wand beschädigt werden. Und Wasserschäden sind teuer.

Siphons von Bade- und Duschwannen sind in der Regel nur über den Revisionsschacht zu erreichen. Das ist ziemlich knifflig und die Gefahr von Folgeschäden bei nicht sachgemäßem Installieren sehr groß. Wenn gar nichts mehr geht, sollte man in solchen Fällen lieber den Fachmann ranlassen.

Nicht verstopfen lassen

Am besten natürlich, man lässt es gar nicht zur Verstopfung kommen. Abfälle wie Essensreste, Zigarettenkippen und Katzenstreu gehören weder ins Klo noch in den Ausguss, warnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Solcher Müll sehe auf den ersten Blick so aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch dass sauberes Wasser aus allen Haushaltsleitungen sprudelt, ist nicht selbstverständlich. Immer teurere technische Verfahren sind nötig, um Abwasser in den Kläranlagen so zu reinigen, dass es in die Flüsse entlassen werden kann.

Quelle: dpa