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Silvesterscherz verletzt Kollegen: Toilettenböller führt zu Rauswurf

Feuerwerkskörper sind gefährlich. Insbesondere dann, wenn sie in geschlossenen Räumen zur Explosion gebracht werden. Wer dort dennoch einen Böller zündet - und sei es nur als Scherz gedacht - und dadurch einen Kollegen verletzt, riskiert seinen Job.

Scherze unter Kollegen sollten gut überlegt sein.
Scherze unter Kollegen sollten gut überlegt sein.

Bisweilen werden Scherze unter Kollegen übertrieben. Vor allem dann, wenn der Kollege dabei zu Schaden kommt. In einem solchen Fall ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt, befand das Amtsgericht Krefeld. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Verletzung unbeabsichtigt war.

In dem verhandelten Fall hatte ein 41-jähriger Gerüstbauer auf einer Baustelle einen Feuerwerkskörper in einem Dixi-Klo zur Explosion gebracht, während sich dort sein Arbeitskollege aufhielt. Dabei ist zwischen den Parteien streitig, ob er den Böller von oben in die Toilettenkabine geworfen hat, wie es ihm die Beklagte vorwirft, oder ob er den Böller an der Tür des Klos angebracht hat, von wo er sich – von dem Kläger ungeplant – gelöst hat und dann in die Kabine hineingerutscht und dort zur Explosion gekommen ist, wie es der Kläger darstellt.

Der in der Toilette befindliche Kollege des Klägers zog sich aufgrund der Explosion Verbrennungen am Oberschenkel, im Genitalbereich und an der Leiste zu und war in der Folge drei Wochen arbeitsunfähig. Die Beklagte kündigte das Arbeitsverhältnis des Klägers wegen dieses Vorfalls  fristlos.

Der Mann erhob gegen die Kündigung Klage. Er vertrat die Ansicht, dass keine so schwerwiegende Pflichtverletzung vorliege, dass dies unmittelbar die fristlose Kündigung rechtfertige. Der kollegiale Umgang auf Gerüstbaustellen sei auch schon mal etwas ruppiger. Scherze seien durchaus üblich, dabei sei in der Vergangenheit auch öfter bereits mit Feuerwerkskörpern gescherzt worden. Derartiges habe im Kollegenkreis als Stimmungsaufheller gegolten. So sei es auch an dem fraglichen Tag geplant gewesen. Die Herbeiführung von Verletzungen bei dem Arbeitskollegen sei nie beabsichtigt gewesen.

Dem sind die Richter nicht gefolgt und haben die Kündigungsschutzklage abgewiesen. Unerheblich war für das Amtsgericht, ob der Böller von oben in die Toilettenkabine hineingeworfen oder aber an der Tür befestigt worden war, von wo er sich aus Versehen löste und dann in der Kabine explodierte. In beiden Fällen liegt ein tätlicher Angriff auf einen Arbeitskollegen vor, bei dem mit erheblichen Verletzungen des Kollegen zu rechnen war. Bereits darin liegt ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Dass der nicht sachgerechte Umgang mit Feuerwerkskörpern zu schweren Verletzungen führen kann, ist allgemein bekannt, so die Richter. Das gilt erst recht, wenn wie hier in einer Weise damit hantiert wird, dass dem Betroffenen keinerlei Reaktions- und Fluchtmöglichkeit eröffnet ist.

Einer vorhergehenden Abmahnung bedurfte es angesichts der Umstände des Falles nicht. Trotz der bereits langen Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren war der Beklagten hier auch nicht einmal mehr die Einhaltung einer Kündigungsfrist zuzumuten. Dabei war zum einen die Schwere der Pflichtverletzung ausschlaggebend und zum anderen auch der Umstand, dass der Kläger als Vorarbeiter gerade gehalten gewesen wäre, solches Fehlverhalten zu unterbinden, urteilte das Gericht.

Quelle: n-tv.de

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