Ratgeber

Ebay und Amazon : Überraschender Preisvergleich

Viele Online-Händler fahren mehrgleisig und bieten Produkte sowohl bei Amazon oder Ebay als auch im eigenen Webshop an. Wer sparen will, sollte auch dort vorbeischauen, rät die Verbraucherzentrale NRW. Ein Preisvergleich förderte überraschende Unterschiede zu Tage.

Manche Händler bieten unter anderem Namen bei Ebay an.
Manche Händler bieten unter anderem Namen bei Ebay an.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wer auf Amazon oder Ebay nach Schnäppchen sucht, sollte auf jeden Fall auch im eigenen Internetshop der jeweiligen Händler vorbeischauen. Dort werden identische Produkte in oft  wesentlich günstiger angeboten. Das hat die Verbraucherzentrale NRW festgestellt. Die Verbraucherschützer haben die Preise von 100 Händlern verglichen, die Waren zeitgleich auf den jeweiligen Plattformen und auf eigenen Seiten anboten. Zum Teil lagen die Preisunterschiede im dreistelligen Bereich.

Einen Elektro-Standgrill inserierte ein Anbieter beispielsweise in seinem Internetshop um 45 Prozent billiger als per eBay-Sofortkauf. Bei einer Kühl-Gefrier-Kombi hätte der Klick auf die Händlerseite eine Ersparnis von 102 Euro gebracht - gegenüber der Offerte desselben Anbieters im Marketplace bei Amazon. Und das alles unter Berücksichtigung von Versandkosten und bei vergleichbaren Sicherheitsstandards und Zahlungsvarianten.

Mehrere Namen für gleichen Shop

Der Vergleich war nicht immer ganz einfach, denn mitunter nutzen die Händler mehrere Namen für ihre unterschiedlichen Vertriebswege. Die Verbraucherschützer spürten die Testkandidaten per Google-Suche und mit Hilfe des jeweiligen Shop-Impressums bei eBay und Amazon auf. Dabei verglichen sie vor allem technische Geräte für Büro und Haushalt, Spielzeug und PC-Software. Das Ergebnis: Ein zufällig  zusammengestelltes Paket mit  50 Artikeln kam bei Ebay mehr als fünf Prozent teurer gegenüber dem Direktkauf im Shop. Bei Amazon lag der Aufschlag bei fast neun Prozent. Auf erstaunliche Differenzen stießen die Tester etwa bei einem LCD-Fernseher. Der war bei Amazon mit 841 Euro bepreist, bei Ebay waren es 831 Euro. Im eigenen Shop des Händlers war das Gerät für 768 Euro zu haben.   

Der Grund für die Unterschiede liegt in den  Provisionen und Gebühren, die Händler an die Verkaufsplattform abführen müssen. Im eigenen Onlineshop können Produkte deshalb günstiger angeboten werden –  das ist aber nicht immer der Fall. Bei den Zwischenhändlern ist die Preispolitik jedenfalls nicht gern gesehen. "Darüber freuen wir uns nicht!" kommentierte ein Ebay-Sprecher gegenüber der Verbraucherzentrale NRW. Amazon reagierte strenger: "Wir verlangen von Verkäufern, dass sie auf Amazon keinen höheren Preis verlangen als sie ihren Kunden auf anderen Verkaufsplattformen berechnen." Wer´s trotzdem tut, "verliert das Recht auf Amazon.de zu verkaufen".

Aus gutem Grund: Wenn sich Kunden bei Amazon und Ebay nicht mehr auf Niedrigpreise verlassen können, werden sie sich lieber gleich anderweitig umsehen. Davon könnten dann vor allem Preissuchmaschinen profitieren, die das ganze Netz nach den günstigsten Angeboten durchforsten.

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Quelle: n-tv.de

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