Ratgeber

Werbungskosten für Studenten: Unterkunft steuerlich absetzen

Studenten können Unterkunftskosten am Studienort als Werbungskosten steuerlich absetzen. Allerdings müssten dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Bei der zweiten Berufsausbildung können die Unterkunftskosten am Studienort steuerlich abgesetzt werden.
Bei der zweiten Berufsausbildung können die Unterkunftskosten am Studienort steuerlich abgesetzt werden.

Damit Studenten die Unterkunftskosten am Studienort als Werbungskosten steuerlich absetzen können, muss es sich für den Studenten bereits um eine zweite Berufsausbildung handeln, erklärt Anita Käding vom Steuerzahlerbund in Berlin. Außerdem darf der Studienort nicht der Lebensmittelpunkt des Betreffenden sein. "Das heißt, es muss noch ein zweiter Wohnsitz bestehen, an dem sich der Lebensmittelpunkt befindet."

Die engen Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung müssen nicht erfüllt werden. So muss die Fläche der zweiten Wohnung beispielsweise nicht auf 60 Quadratmeter beschränkt sein. Das stellte der Bundesfinanzhof (BFH) klar. Die Kosten der Unterkunft wirken sich aber nur dann steuermindernd aus, wenn es sich dabei um notwendige Mehraufwendungen handelt.

Weiterhin strittig ist, ob solche Kosten auch im Rahmen eines Erststudiums als Werbungskosten absetzbar sind. "Bis zur Entscheidung durch den BFH sollten Betroffene die Kosten aber entsprechend geltend machen und Einspruch gegen den ablehnenden Steuerbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens mit Verweis auf das Aktenzeichen VI R 8/12 beantragen", rät Käding.

"Laut Gesetz sind Werbungskosten Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen", erklärt Käding. Am häufigsten fallen die Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit an. Dafür kann ein Arbeitnehmer entweder die Entfernungspauschale geltend machen oder die Kosten.

Zu den vollständig absetzbaren Werbungskosten zählen neben Ausgaben für Berufsverbände und -versicherungen auch Bewerbungskosten und Rechnungen für Fachliteratur. Bei Computern, Telefonen und anderen Arbeitsmitteln müssen Steuerzahler rechnen.

Allerdings lassen sich nur Arbeitsmittel sofort absetzen, wenn sie nicht mehr als 410 Euro netto gekostet haben. Bei höheren Beträgen müssen die Kosten über die Nutzungsdauer verteilt abgesetzt werden, welche nach Geräte festgelegt ist.

Quelle: n-tv.de

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