Ratgeber

Verbotene Früchte: Wann Pflücken erlaubt ist

Von Axel Witte

Das Leben ist voller Versuchungen. Verführerisch ragen die Äste des Obstbaumes vom Nachbarn mit reifen Früchten auf das eigene Grundstück. Zeit also, zuzulangen? Und wie verhält es sich mit den Gaben der Natur, welche am Wegesrand locken?

Im Spätsommer ist Erntezeit.
Im Spätsommer ist Erntezeit.(Foto: imago/BE&W)

Die Natur ist mitunter schwer zu bändigen. So kommt es nicht selten vor, dass sich Bäume und Sträucher bei ihrer freien Entfaltung nicht an von Menschen definierte Grundstücksgrenzen halten. Die Frage danach, wer Anspruch auf die Früchte und Beeren hat, wenn die dazugehörigen Stämme sich in Nachbars Garten befinden, ein Teil der Äste oder Büsche sich aber auf ein anderes Grundstück "ausbreiten", sorgt unnötigerweise regelmäßig für Streit.        

Unnötig deshalb, weil die Rechtslage eindeutig ist: Die Früchte gehören demjenigen, dessen Baum oder Strauch diese trägt. Dies gilt auch für jenen Ertrag, der sich auf überhängenden Zweigen nicht auf dem Grundstück des Eigentümers befindet. Wer dennoch zugreifen möchte, kommt um die Erlaubnis des Nachbarn nicht herum.

Möchte dieser nichts abgeben, ist er dazu berechtigt, mit einen Pflücker aus dem Luftraum des fremden Grundstücks, zu ernten. Es ist dem Eigentümer jedoch nicht gestattet, zum Ernten das fremde Grundstück ohne Erlaubnis zu betreten.

Früchte, die nicht geerntet werden und so als Fallobst auf fremden Rasen landen, werden dann allerdings zum Eigentum dessen, welchem der "Landeplatz" gehört. Verschmäht dieser aber die Gaben der Natur, kann er von seinem Nachbarn verlangen, dass dieser das fremde Grundstück davon befreit. Zumindest dann, wenn das Fallobst das Grundstück ortsunüblich und wesentlich beeinträchtigt. Eine Handvoll Früchte sind hingegen zu tolerieren und müssen selbst entsorgt werden – oder eben auch nicht. 

Wer hingegen Appetit auf frisches Obst und Beeren hat und wie beschrieben beim Nachbarn leer ausgeht und deshalb meint, sich am Wegesrand bedienen zu können, irrt. Auch hier gilt: Die Früchte gehören demjenigen, dem das Grundstück gehört, auf dem die entsprechenden Bäume oder Sträucher wachsen. Wer einfach zugreift, ohne den Eigentümer um Erlaubnis zu fragen, begeht streng genommen Diebstahl. Ob dieser tatsächlich eine Strafe nach sich zieht, dürfte aber nicht unwesentlich davon abhängen, in welchen Mengen die verbotenen Früchte geklaut wurden.

Wer ganz legal ernten möchte, findet auf der Seite Mundraub.org Orte, bei denen er beherzt zugreifen darf - garantiert, ohne Ärger mit dem Nachbarn zu bekommen.              

Quelle: n-tv.de

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