Ratgeber

Fußbodenheizung: Warme Füße, wenige Kosten

Fußbodenheizungen sind nicht nur angenehm, sondern auch sparsam. Der Haken an der Sache: Der Einbau ist nicht ganz einfach - zumindest, wenn Altbauten nachgerüstet werden sollen.

Hoch effektiv: Moderne Heizsysteme im Fußboden werden mit Wasser betrieben, das durch Schläuche im Fundament läuft.
Hoch effektiv: Moderne Heizsysteme im Fußboden werden mit Wasser betrieben, das durch Schläuche im Fundament läuft.

Schon die alten Römer wussten eine Fußbodenheizung zu schätzen: Sie sorgt für angenehme Behaglichkeit und ein kuschelig-warmes Gefühl an den Füßen. Heute ist das nicht anders. Es gibt mittlerweile diverse Systeme, die die Wohnung oder das Haus ganzjährig zur Barfußzone machen. Und meist spart man damit sogar noch Geld, denn eine Fußbodenheizung verbraucht weniger als eine gewöhnliche Radiatorheizung mit Wärmekörpern an der Wand.

Während Radiatoren Vorlauftemperaturen von 50 bis 60 Grad brauchen, kommen Fußbodenheizungen mit gerade mal 35 Grad aus. Fußbodenheizungen bringen effektivere Wärmeerzeugung mit niedrigeren Verteilverlusten. Zwischen acht und zwölf Prozent liegen die Energieeinsparmöglichkeiten. In der Regel werden moderne Fußbodenheizungen nicht mehr mit teurem Strom betrieben. Die neuen Systeme sind wasserführend und arbeiten mit Niedertemperatur. Das sei eine der effektivsten Heizmöglichkeiten, die es derzeit gibt, weiß Michael Pommer von der DIY-Academy "Weil die gleichmäßig nach oben abstrahlt, liegt die gefühlte Temperatur beispielsweise bei 21 bis 22 Grad - obwohl die Heizung nur auf 19 Grad eingestellt ist."

Nachrüsten ist kompliziert

Für welches Verlegesystem einer Fußbodenheizung man sich entscheidet, hängt von den Möglichkeiten auf der Baustelle ab. Prinzipiell raten Experten zum Einbau einer Fußbodenheizung beim Neubau, denn Nachrüsten ist kompliziert und teuer. So kommt etwa das aufwendige, nassverlegende System nur für einen Neubau oder im Rahmen einer Kernsanierung eines Altbaus infrage. "Dann hat man alle Freiheiten zum Einbau einer Fußbodenheizung", sagt Joachim Plate vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen. Voraussetzung beim Altbau ist allerdings, dass der Fußboden-Aufbau entfernt wird und es eine Rohbaudecke wie in einem Neubau gibt. Aufgrund der langen Trockenzeiten des Estrichs dauert der Einbau dieses Systems zwischen 7 und 21 Tagen.

Schneller nachrüsten lässt sich das sogenannte Dünnschichtsystem. "Dafür wird auf den Bodenbelag, etwa einen Estrich oder Fliesen, eine Noppenplatte geklebt, die eine feste Verbindung mit dem Untergrund eingeht", erklärt Plate. Vorteile eines solchen Dünnschichtsystems seien eine sehr kurze Einbauzeit und die niedrige Aufbauhöhe von etwa zwei Zentimeter. "Es kann allerdings Wärme verloren gehen, wenn kein ausreichender Wärmeschutz des vorhandenen Fußbodenaufbaus besteht."

Ebenfalls zum Nachrüsten eignen sich Systeme, die trocken verlegt werden. Sie sind auch vorteilhaft in Altbauten mit Holzbalkendecken, die eine geringere Traglast haben. Der Einbau dauert nur zwei bis drei Tage. Allerdings sei der Aufbau mit etwa fünf Zentimetern auch höher als bei den Dünnschichtsystemen. Das muss bei der Nachrüstung einer Fußbodenheizung auf jeden Fall einkalkuliert werden. Schließlich werden dadurch die Fenster niedriger und die Türen kleiner, warnt Pommer. Angesichts dieser Tücken sollte bei der Planung eines nachträglichen Einbaus einer Fußbodenheizung auf jeden Fall ein Fachmann zurate gezogen werden.

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Quelle: n-tv.de

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