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Intelligente Stromzähler: Weniger clever als erhofft

Jederzeit wissen, wie viel Strom man gerade verbraucht - die Idee des intelligenten Stromzählers hat Charme. Seit Anfang des Jahres müssen die Geräte deshalb in jedem Neubau integriert werden. Doch Experten sehen Probleme bei Kosten, Datenschutz und einheitlichen Standards.

Intelligente Stromzähler sollen die volle Kontrolle über den Stromverbrauch ermöglichen.
Intelligente Stromzähler sollen die volle Kontrolle über den Stromverbrauch ermöglichen.

Intelligente Stromzähler sollen den Abnehmern mehr Überblick über ihren Verbrauch verschaffen. Seit Anfang des Jahres sind sie Pflicht bei Neubauten und Vollrenovierungen. Kritiker bezweifeln allerdings, dass sich der Aufwand lohnt: "Die meisten intelligenten Stromzähler sind nicht so intelligent, dass der Verbraucher daraus einen Nutzen ziehen könnte", sagte der Energieexperte Christian Michaelis von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Zähler erfüllten gerade einmal die vom Energiewirtschaftsgesetz vorgeschriebenen Mindestanforderungen, Verbrauchswerte in ihrem zeitlichen Verlauf zu speichern. Der Verbrauch einzelner Stromfresser im Haushalt lasse sich daraus jedoch nicht ablesen. "Die Daten, die Geräte mit Mindeststandard liefern reichen nicht aus, um die erwarteten Stromeinsparungen von bis zu zehn Prozent zu erreichen", sagt auch Thorsten Storck von Verivox.

Wechseln wird schwierig

Ein weiteres Problem: Es gibt bisher keine einheitlichen Standards, welche Daten die Stromzähler in welcher Form liefern müssen. "Jeder Wechsel des Versorgers führt daher zu einem Wechsel des Stromzählers und jedes Mal entstehen dabei Kosten", erläutert Michaelis. Der Verbraucherschützer fordert daher Zähler, die universell verwendbar sind. Die Industrie müsse sich auf einheitliche Standards einigen.

Zwar sind schon jetzt intelligente Stromzähler auf dem Markt, die mehr können, als die Mindestanforderungen zu erfüllen. Denn damit es für den Stromversorger wirtschaftlich wirklich sinnvoll ist, variable Tarife anzubieten, muss er die genaue Verbrauchsstruktur seiner Kunden kennen. Allerdings sind die Kosten für die "Luxusversion" auf das Jahr gerechnet für das Gerät und die Installation deutlich höher. Für das Standardmodell liegen sie nach Berechnungen der Bundesnetzagentur bei derzeit etwa sechs Euro, bei den besseren Geräten bei 14 bis 24 Euro jährlich.

Hinzu kommt: "Ein Stromzähler, der Messwerte im Sekunden- oder Minutentakt liefert, ist eine Art Überwachungskamera im grundgesetzlich geschützten Wohnbereich", so Michaelis. Aus den Daten, wann und in welchem Umfang die verschiedenen Haushaltsgeräte genutzt werden, ließen sich Rückschlüsse auf die Bewohner ziehen. "Dass auf diese Daten gleich drei Firmen, nämlich Stromversorger, Netzbetreiber und gegebenenfalls auch Messstellenbetreiber zugreifen können, verdreifacht die Wahrscheinlichkeit ihres Missbrauchs." Wer nur Stromfresser im Haushalt identifizieren will, für den reicht nach seiner Einschätzung ein Stromverbrauchsmessgerät völlig aus.

Auf ein ganz praktisches Problem weist schließlich Storck hin: Bei nicht allen Geräten ist es sinnvoll, sie zu Uhrzeiten laufen zu lassen, in denen Strom besonders günstig ist. "Niemand wird nur noch nachts kochen, weil der Strom dann weniger kostet."

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Quelle: n-tv.de

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