Ratgeber

Nach der Scheidung: Wer bekommt die Hunde?

Kinder können im Zweifelsfall selbst entscheiden, ob sie nach einer Scheidung lieber bei der Mutter oder beim Vater bleiben. Bei Hunden ist das schon schwieriger. Wenn sich die Halter nicht einig werden, dann werden sie wie Haushaltsgegenstände aufgeteilt.

Bassets gelten als verspielte Familienhunde, die nicht gern alleine sind.
Bassets gelten als verspielte Familienhunde, die nicht gern alleine sind.(Foto: picture alliance / dpa)

Streiten sich zwei Eheleute bei der Scheidung um gemeinsame Haustiere, dann werden die Regeln über die Verteilung von Haushaltsgegenständen angewendet. So hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgerichts in einem "Haushaltsverfahren" dem geschiedenen Ehemann eine Basset-Hündin zugesprochen, während der Boxerrüde und der Cockerspaniel bei der geschiedenen Ehefrau verblieben (Az.; 15 UF 143/12).

Das Ehepaar hatte mit drei Hunden mehrere Jahre lang in einem Landhaus mit großem Grundstück gelebt – zuletzt allerdings innerhalb desselben Hauses getrennt. Als der geschiedene Ehemann ausziehen wollte, verlangte er die Mitnahme der Basset-Hündin. Die anderen beiden Hunde wollte er zurücklassen. Er gab an, alleiniger Eigentümer der Basset-Hündin zu sein. Die geschiedene Ehefrau wollte alle drei Hunde behalten und behauptete ebenfalls, alleinige Eigentümerin der Basset-Hündin zu sein. Sie sei schließlich alleinige Bezugsperson der Tiere. Zudem würden die drei Hunde eine Einheit bilden und im Falle einer Trennung leiden.

Hundealter spielt keine Rolle

Das zuständige Familiengericht sprach die Basset-Hündin jedoch dem geschiedenen Ehemann zu und das Oberlandesgericht bestätigte jetzt diese Entscheidung. Bei der Hündin handele es sich um einen "Haushaltsgegenstand", weil das Halten von mehreren Hunden zur Gestaltung des Zusammenlebens der Eheleute gehörte. Davon, dass die geschiedene Ehefrau die einzige Bezugsperson für die drei Hunde gewesen sei, könne nicht ausgegangen werden. Dagegen spreche schon, dass der Ehemann unstreitig auch mit den Hunden spazieren ging.

Bei der Verteilung wurde die Hündin folglich als gemeinsames Eigentum des geschiedenen Paares berücksichtigt. Allein der Umstand, dass die Frau die Hündin als Welpen bei einer Züchterin im Jahr 2007 gekauft hatte, reichte nicht aus, ihr Alleineigentum zu beweisen. Denn die Versicherung für die Hündin hatte der geschiedene Ehemann abgeschlossen und er zahlte auch die Hundesteuer. Weil der Spaniel und der Boxer bei der Ehefrau blieben, stehe die Basset-Hündin dem Mann zu, fand das Gericht. "Dass der Ehefrau damit die beiden älteren Hunde verbleiben, von denen sie vermutet, dass diese ihr alters- und krankheitsbedingt ohnehin bald nicht mehr zur Verfügung stehen werden, steht der Billigkeit nicht entgegen", heißt es in dem Urteil.

Quelle: n-tv.de

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