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Ob Blut oder Geld: Wer spendet, ist glücklicher

Deutschlands Einkommens-Elite lässt sich nicht lumpen: Wer viel verdient, spendet auch viel, zeigt eine Studie. Das gilt zumindest, wenn es ums Geld geht. Blutspenden sind dagegen keine Schichtenfrage. Und alle Spender eint eine Eigenschaft: Sie sind zufriedener als der Durchschnitt.

Geldspenden sind auch eine Einkommensfrage.
Geldspenden sind auch eine Einkommensfrage.(Foto: picture alliance / dpa)

Frauen spenden mehr als Männer, Alte mehr als Junge, Menschen in Westdeutschland mehr als in Ostdeutschland und Akademiker spenden am meisten. Das alles gilt aber nur für Geldspenden, zeigt eine Studie, die das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) anhand des Sozio-ökonomischen Panels durchgeführt hat. Bei Blutspenden sind soziale und finanzielle Unterschiede viel weniger von Belang. Eins scheint aber sowohl bei Blut als auch bei Geld gleich zu sein: Wer spendet, ist glücklicher.

Beim Blutspenden sind nahezu alle Schichten und Klassen gleich stark vertreten – allerdings auch viel seltener. Während fast 40 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland im Jahr 2009 Geld spendeten, gaben nur sieben Prozent von ihrem Blut ab. Zu der generellen Geldspendenpraxis gibt es eine Menge Zahlen. In Deutschland sammelten Hilfsorganisationen und andere Empfänger im Jahr 2009 rund 5,3 Milliarden Euro ein – trotz Wirtschaftskrise nicht signifikant weniger als im Jahr zuvor. Am meisten gaben die, die es sich am ehesten leisten können: Das oberste Zehntel der Einkommensbezieher trug insgesamt ein Drittel zum gesamten Spendenvolumen bei.

Die regionale Einkommensverteilung könnte auch eine weitere Beobachtung der Forscher erklären: In Westdeutschland wird mehr gespendet als in Ostdeutschland. So verteilten im Westen gut 40 Prozent aller Menschen im Schnitt rund 210 Euro im Jahr, im Osten waren es knapp 30 Prozent, die im Mittel 140 Euro gaben.

Blutspenden im Osten verbreiteter

Blutspenden scheint dagegen auch von der Sozialisation abzuhängen.
Blutspenden scheint dagegen auch von der Sozialisation abzuhängen.

Geht es jedoch nicht um Geld, sondern um Blut, dreht sich das Verhältnis um: Hier spenden im Osten acht Prozent aller Menschen, im Westen nur sechs Prozent. "Eine mögliche Erklärung könnte die Praxis in der DDR gewesen sein. Dort gehörte das Blutspenden fest zum betrieblichen Gesundheitswesen. Es war normaler als in Westdeutschland", sagt Eckhard Priller, der die Studie mitverfasste. 

Dass Spendenfreudigkeit nicht allein eine Frage der Finanzen ist, zeigt der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während 38 Prozent der Männer Geld spenden, tun es 40 Prozent der Frauen, obwohl diese einkommensmäßig in der Regel schlechter dastehen. Nach Alter sortiert sind die Ältesten die Spendabelsten: Jeder Zweite über 65 gibt Geld.  Einen ähnlich positiven Effekt hat die Bildung: "Je höher die Bildung ist, umso häufiger wird Geld gespendet", sagt Jürgen Schupp vom DIW. Bei den Blutspenden fanden die Wissenschaftler solche Zusammenhänge nicht – außer beim Alter, wo auch gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen dürften.

Egal, ob Geld oder Blut: Spender scheinen die zufriedeneren Menschen zu sein. "Diejenigen, die berichten, dass sie in den letzten Wochen glücklich waren, haben eine höhere Spendenbereitschaft als diejenigen, die nicht so glücklich waren", erklärt Schupp. "Wir wissen zwar im Moment nicht, ob Spenden glücklich macht oder ob Glücklichsein zum Spenden verleitet. Aber der Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren ist signifikant."

Quelle: n-tv.de

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