Ratgeber

Mieter in der Pflicht: Wiederkehrende Mängel anzeigen

Manchmal ist es schwierig, Schäden in der Wohnung richtig in den Griff zu bekommen. Dann wird es für die Mieter lästig, sich immer wieder beim Vermieter zu beschweren. Doch genau dies sollten sie tun.

Jedes Mal, wenn Schimmel auftritt, muss das dem Vermieter gemeldet werden.
Jedes Mal, wenn Schimmel auftritt, muss das dem Vermieter gemeldet werden.

Mieter müssen Mängel in der Wohnung immer ihrem Vermieter anzeigen. Das gilt auch, wenn derselbe Mangel immer wieder auftritt. Tun sie das nicht, haben sie kein Recht auf Schadenersatz, berichtet der Mieterverein München unter Berufung auf eine Entscheidung des Amtsgerichts München.

In dem verhandelten Fall war in der Wohnung eines Ehepaares innerhalb kurzer Zeit zweimal Schimmel in allen Zimmern aufgetreten. In beiden Fällen hatten die Mieter den Mangel angezeigt. Zunächst behandelte der Hausmeister des Anwesens  den Schimmel daraufhin mit einem Schimmelbeseitigungsspray. Beim zweiten Befall beauftragte der Vermieter einen Malerfachbetrieb mit der Beseitigung des Schimmels.

In einem Schreiben teilten die Mieter dem Vermieter mit, dass der Schimmel zwar aktuell beseitigt sei, sie allerdings befürchten, dass er erneut auftreten könnte und sie sich daher ein außerordentliches Kündigungsrecht vorbehielten. Nach dem zweiten Mal kündigten die Mieter an, die Wohnung zu kündigen, sollte der Mangel erneut auftreten. Nachdem sich wenige Monate später wieder Schimmel an den Wänden bildete, zogen die Mieter aus. Von ihrem Vermieter verlangte das Ehepaar Schadenersatz.

Ohne Erfolg: Anspruch auf Schadenersatz hätten die Mieter nicht, entschied das Gericht. Denn sie hätten den Mangel ihrem Vermieter nicht angezeigt. Eine solche erneute Anzeigepflicht treffe die Mieter auch dann, wenn eine Mängelbeseitigung vorgenommen wurde, die nicht dauerhaft erfolgreich gewesen sei. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn der Vermieter objektiv der Meinung sein durfte, er habe alles Erforderliche zur Mangelbeseitigung getan.

Weiter argumentierte das Gericht, dass die vom Vermieter im in Auftrag gegebene Schimmelbeseitigung durch die Malerfirma von vornherein völlig ungeeignet war. Eine solche sei eine durchaus fachgerechte Maßnahme. Dem Vermieter sei durch die Mieter schließlich auch bestätigt worden, dass der Schimmel aktuell beseitigt worden sei. Ein weiteres Zuwarten sei den Mietern auch zumutbar gewesen.

Quelle: n-tv.de

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