Ratgeber

"Echtes Risikopotential"Winterreifen im Test

03.10.2008, 07:37 Uhr

Der Winter kommt, der Reifenwechsel steht an. Der ADAC hat 37 Winterreifen auf Herz und Nieren geprüft. Dabei ergab sich ein Bild mit Licht und Schatten. Die Billig-Produkte, vorwiegend aus Fernost, schnitten besonders schlecht ab.

Die Temperaturen sinken und der erste Frost kommt in der Nacht schon über das Land. Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt den nahenden Winter. Das bedeutet für Autofahrer, dass der Reifenwechsel ansteht. Auch wenn unsere Winter nicht mehr unbedingt von Eis und Schnee geprägt sind, sollten Autobesitzer ihren Wagen dennoch mit schneetauglichen Pneus ausrüsten. Und gerade weil wir keine durchgängigen Frostzeiten mehr haben, wird von der Bereifung mehr verlangt als je zuvor. Winterreifen müssen auf Eis und Schnee genauso bestehen wie auf nasser und trockener Fahrbahn. Dort trennt sich beim Test des ADAC auch die Spreu vom Weizen. Neben dem Fahrverhalten wurde bei der Prüfung auch der Kraftstoffverbrauch der Reifen berücksichtigt.

Gravierende Schwächen

Besonders enttäuscht haben im Test die Billigprodukte der Dimension 175/65 R14. Sie zeigten in der Praxis gravierende Schwächen, vor allem auf nasser und trockener Fahrbahn. Daher wurden die Produkte von Gislaved und Maxxis mit "nicht empfehlenswert" eingestuft. Die gleiche Wertung bekamen die Billig-Reifen von Tigar, Ceat und Linglong. Letztere bezeichnete der Automobilclub sogar als Reifen mit "echtem Risikopotenzial".

Die Reifen von Vredestein, Goodyear, Continental und Dunlop schafften in dieser Klasse dagegen die Wertung "besonders empfehlenswert". Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten machten einige dieser Reifen auf nasser und trockener Fahrbahn sogar einen besseren Eindruck als spezielle Ganzjahresreifen.

Billig kommt teuer

In der größeren Kategorie 195/65 R15 konnten ebenfalls vier Hersteller das Prädikat "besonders empfehlenswert" erreichen. Die Reifen von Goodyear, Continental, Pirelli und Dunlop überzeugten die Tester. Schlechte Noten gab es hier für Billig-Produkte, die allesamt aus Fernost stammen. Die Reifen von Nankang, Marshal und Wanli bekamen die Wertung "nicht empfehlenswert". Auch hier macht der Unterschied die Leistungsfähigkeit auf trockener und nasser Straße. Aber auch der Verschleiß war teilweise zu hoch.

Als Fazit kann von einem Kauf von Billig-Produkten nur abgeraten werden. Der höhere Verschleiß und der Kraftstoffverbrauch machen die Pneus auf Dauer genauso teuer wie Markenreifen. Hinzu kommen gravierende Sicherheitsmängel auf nasser Fahrbahn und teils sogar auf Schnee. Daher lieber etwas tiefer in die Tasche greifen und dann länger und vor allem sicherer fahren.