Ratgeber

Was ändert sich 2014...: ... bei Lebensmitteln und Ernährung?

Allergikerfreundliche Zutatenlisten, deutliche Nährwertangaben und zertifizierte Herkunftsangaben - das neue Jahr bringt vor allem bessere Informationsmöglichkeiten beim Kauf von Nahrungsmitteln. Hier der Überblick über die wichtigsten Änderungen.

Wer beim Einkauf nicht nur auf die Bilder auf der Packung achtet, hat künftig mehr zu lesen.
Wer beim Einkauf nicht nur auf die Bilder auf der Packung achtet, hat künftig mehr zu lesen.(Foto: dpa)

Regionale Lebensmittel sind künftig leichter zu erkennen, denn im nächsten Jahr gibt es ein einheitliches Siegel. Außerdem müssen viele Hersteller bei den Zutatenverzeichnissen nachbessern. Allergiker sollen schon auf den ersten Blick sehen, wo Gefahren lauern.

Regionalsiegel

Das Geschäft mit regionalen Lebensmitteln läuft gut. Allerdings bemängeln Verbraucherschützer schon länger einen Trend zum "Regionalschwindel", etwa wenn sich im "Bayerischen Leberkäse" Fleisch aus den Niederlanden findet oder "heimische Säfte" mit Früchten aus Mittelamerika aufgepeppt werden. Jetzt sollen "echte" Regionalprodukte besser erkennbar werden. Bundesweit können Lebensmittelhersteller mit einem sogenannten "Regionalfenster" auf der Verpackung den Blick auf die Herkunft lenken. Das blau-weiße Logo informiert darüber, woher die Zutaten stammen und wo das Produkt verarbeitet und verpackt wurde. Der wichtigste Rohstoff muss nachweislich aus der jeweiligen Region stammen. Anbieter, die das Siegel verwenden wollen, müssen ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Im Frühjahr sollen mehrere Hundert Produkte in den Handel kommen.

Nährwerte und Allergene

Soja, Sellerie, Erdnüsse, Milch oder Senf - alle diese Lebensmittel können bei Allergikern teils heftige Symptome auslösen. Ab dem 13. Dezember nächsten Jahres müssen diese und neun weitere Stoffe bei verpackten Lebensmitteln farblich auf der Zutatenliste hervorgehoben werden. Auch bei unverpackter Ware sollen Allergene künftig deklariert werden. Wie das genau funktionieren soll, ist aber noch unklar.

Bestimmte Informationen, etwa Gewicht oder Zutaten, müssen schon jetzt auf der Packung auftauchen. Ab Ende nächsten Jahres müssen die Hersteller auch dafür sorgen, dass die Infos gut lesbar sind. Das bezieht sich nicht nur auf die Schriftgröße, sondern auch auf Farbe und Kontrast.

Viele Anbieter veröffentlichen auf Lebensmittelverpackungen freiwillig Informationen zum Nährwert. Wer solche Angaben schon heute macht, muss ab dem 13. Dezember 2014 bereits die Regeln einhalten, die erst ab 2016 für alle verpflichtend werden: Der Kaloriengehalt und die Anteile von Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz müssen in einer Tabelle angegeben werden. Einige Hersteller haben ihre Kennzeichnungen schon jetzt auf diesen Modus umgestellt.

Kennzeichnung von Imitaten

Dass Lebensmittel nicht immer die Zutaten enthalten, die man darin vermuten würde, ist nichts Neues. Künftig sollen die Hersteller Imitate deutlicher erkennbar machen. Ersatzstoffe müssen dann in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angegeben werden. Allerdings dürfte auch weiterhin vieles im Ungefähren bleiben, fürchten Verbraucherschützer. So könne etwa der Hinweis "hergestellt aus Pflanzenfett" kaschieren, dass auf der Pizza kein Mozzarella, sondern Analogkäse liegt. Der Begriff "Käse" darf aber ohnehin nur für echten Käse verwendet werden. Nuggets oder Schinken aus "Klebefleisch" müssen künftig den Hinweis "aus Fleischstücken zusammengefügt" tragen.

Gesundheitsbezogene Angaben

Kräftige Knochen, volles Haar oder starke Abwehrkräfte – schon seit Ende 2012 dürfen Lebensmittelhersteller nur noch dann mit gesundheitsbezogenen Angaben werben, wenn diese ausreichend wissenschaftlich bewiesen sind. Im nächsten Jahr wird die Liste der erlaubten Aussagen erweitert: So dürfen beispielsweise getrocknete Pflaumen damit beworben werden, dass sie zu einer normalen Darmfunktion beitragen. Auch die Wirkung von Fructose auf den Blutzuckerspiegel darf positiv hervorgehoben werden. Umstritten ist die Freigabe einer Aussage für Kohlenhydrate: Brot, Backwaren, Nudeln oder Trockenfrüchte dürfen künftig den Hinweis tragen: "Kohlenhydrate tragen zur Aufrechterhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei".

Quelle: n-tv.de

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