Ratgeber
(Foto: imago stock&people)

Deutliche Zinsunterschiede: Baufinanzierung bei Filialbanken

Baudarlehen waren nie so günstig wie heute. Doch zwischen den Angeboten der Filialbanken klaffen erstaunlich hohe Zinsunterschiede. Dies deckt ein aktueller Test auf, den das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag von n-tv durchgeführt hat.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Viele, die von der eigenen Immobilie träumen, treibt dieser Gedanke um. Aber Vorsicht: Nicht überall sind die Konditionen gleichermaßen günstig. Beispiel Sofortfinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung und einem Tilgungssatz von zwei Prozent:

Von 15 Filialbanken im Test offerierte das günstigste Finanzinstitut einen Effektivzins von 1,32 Prozent. Beim teuersten Wettbewerber belief sich der Zinssatz dagegen auf 1,87 Prozent. Am deutlichsten fielen die Unterschiede beim Forwarddarlehen (zweipro-zentige Tilgung, 15 Jahre Zinsbindung) aus. Die Angebote lagen hier um bis zu 1,1 Prozentpunkte auseinander.

Angebote gut vergleichen

Bianca Möller, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Service-Qualität, rät deshalb zu einem detaillierten Vergleich mehrerer Angebote: "Selbst Differenzen von weniger als einem Prozent können bei langfristigen Finanzierungen mehrere tausend Euro ausmachen. Wichtig sind aber auch Optionen wie kostenlose Sondertilgungen oder Anpassung der Tilgungsrate. Auch hier unterschieden sich die getesteten Unternehmen." Von 14 Instituten überzeugten letztlich nur zwei Anbieter mit sehr guten Konditionen; dagegen kamen drei nicht über ein ausreichendes Resultat hinaus.

Finanzierungsberatung auf gutem Niveau

Beim komplexen Thema Baufinanzierung ist der Beratungsbedarf zumeist hoch. Umso erfreulicher das Testergebnis: Sechs Anbieter profilierten sich mit einem sehr guten Ergebnis, die übrigen neun Institute erzielten ein gutes Qualitätsurteil. Die Berater traten sehr motiviert auf, nahmen sich viel Zeit für die Kunden und beantworteten die Fragen der Verbraucher umfassend.

Bedarfsanalyse mit Mängeln

Verbesserungsbedarf zeigte sich allerdings gerade bei der so wichtigen Bedarfsanalyse: Dem Kundenanliegen widmeten die Berater generell zu wenig Aufmerksamkeit. Beispielsweise berechneten die Experten in nicht einmal der Hälfte der Fälle das frei verfügbare Einkommen der Interessenten, das die Grundlage einer Baufinanzierung bildet. Marktforschungsexpertin Bianca Möller zieht dennoch ein insgesamt positives Fazit "Eine im Schnitt gute Beratungsqualität und auch die guten Finanzierungsvorschläge belegen, dass die Branche in puncto Kundenorientierung auf dem richtigen Weg ist."

Die besten Anbieter

Die Hypovereinsbank ging mit dem Qualitätsurteil: "sehr gut" als Testsieger aus der Studie "Baufinanzierung bei Filialbanken 2015" hervor. Das Unternehmen überzeugte insbesondere mit einem attraktiven Zinsniveau und den insgesamt besten Konditionen aller getesteten Anbieter. Auch in der Beratung vor Ort zeigten die Bankmitarbeiter eine sehr gute Leistung und gingen dabei umfassend auf die Finanzierungswünsche ihrer Kunden und deren individuelle Lebenssituation ein.

Die Targobank folgte auf dem zweiten Rang und profilierte sich ebenfalls durch attraktive Konditionen für Baufinanzierungskredite. Dabei fielen vor allem die Produkte zur Sofort- und Forwardfinanzierung durch niedrige Zinsen und flexible Vertragsbestandteile positiv auf.

Die Commerzbank belegte Rang drei. Das Institut führte die besten Beratungen vor Ort durch. Sowohl in der Bedarfsanalyse als auch hinsichtlich der Beratungskompetenz nahmen die Mitarbeiter im Anbietervergleich den Spitzenplatz ein. Im Untersuchungsbereich Konditionen platzierte sich das Unternehmen auf Rang drei.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen