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Bernie Ecclestone ist bereit zu zahlen.
Bernie Ecclestone ist bereit zu zahlen.(Foto: dpa)

Freikaufen im Schmiergeldprozess: Ecclestone bietet 100 Millionen Dollar

Noch ist in München ein Prozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone im Gange – könnte aber sehr schnell zuende sein. Der Brite will sich einem Medienbericht zufolge mit 100 Millionen Dollar aus dem Schmiergeldprozess freikaufen.

Im Prozess um die möglichen Schmiergeldzahlungen von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat der Renn-Boss offenbar eingewilligt, 100 Millionen Dollar an die deutsche Justiz zu zahlen. Dies meldet die SZ. Derzeit läuft ein Gerichtsverfahren gegen den 83-jährigen Briten in München. Dort soll er demnach den Deal persönlich mit der Staatsanwaltschaft vereinbart haben. Es sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.

Die Ankläger hatten zuerst 100 Millionen Euro von Ecclestone gefordert, was diesem aber zu viel war, schreibt die SZ weiter. Der Kompromiss habe darin bestanden, aus Euro Dollar zu machen, sodass der Renn-Boss etwas billiger wegkommt, es aber ein dreistelliger Millionenbetrag bleibt. Das sei der Staatsanwaltschaft aus optischen Gründen wichtig gewesen. Eine solche Einigung würde dazu führen, dass der Brite nicht verurteilt wird und somit höchstwahrscheinlich Formel-1-Chef bleiben kann. Ein früheres Angebot Ecclestones soll lediglich 25 Millionen Euro betragen haben.

In komplett trockenen Tüchern ist der Deal zwar noch nicht, denn das letzte Wort im Fall Ecclestone hat die fünfte Strafkammer des Landgerichts München. Doch die Zustimmung des Gerichts gilt als sicher, hieß es. Als Indiz dafür wird angeführt, dass die Kammer kurz nach der Einigung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung die für die nächste Verhandlung am kommenden Dienstag vorgesehenen Zeugen wieder ausgeladen habe. Offenbar solle nur noch der Deal verkündet und dann beendet werden.

Bestechung bei Anteilsverkauf

Die Staatsanwälte werfen Ecclestone vor, Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit aus dem Besitz der Landesbank vor acht Jahren 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt zu haben. Er habe damit Einfluss auf den Besitzer der Formel 1 nehmen und seinen Chefposten sichern wollen. Ecclestone weist das zurück und gab an, sich von Gribkowsky bedroht gefühlt zu haben.

Die Hauptverhandlung läuft bereits seit dem 24. April und schon zum Auftakt hatten Beobachter eine Einigung erwartet. Das ist nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung möglich und gehört durchaus zum Alltag vor Gericht. Die Gespräche dazu laufen nach Angaben des Gerichts bereits "seit einiger Zeit". Nun könnte in der kommenden Woche der Prozess ohne Urteil zu Ende gehen.

Quelle: n-tv.de

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