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Schnieke, der "Neue" von Sebastian Vettel.
Schnieke, der "Neue" von Sebastian Vettel.(Foto: dpa)

Mercedes sorgt für kleinen Aufreger: Ferrari stellt seine neue "Göttin" vor

Der neue Ferrari ist da. Einer fürs Auge ist Sebastian Vettels Dienstwagen auf jeden Fall. Doch ob der Bolide auch den hohen Ansprüchen des Formel-1-Rennstalls standhält, zeigt sich ab Montag. Dann gibt's den ersten Showdown mit der Konkurrenz.

Beim Anblick der neuen "Roten Göttin" geriet Sebastian Vettel gleich ins Schwärmen. Schmaler, schnittiger und mit einer Reminiszenz an die Vergangenheit haben Ferraris Ingenieure und Designer den SF16-H für den Angriff auf die Silberpfeile ausgestattet. "Er sieht toll aus", sagte der Vierfach-Weltmeister. "Wir hoffen, dass es ein Sieger-Auto ist", sagte Teamchef Maurizio Arrivabene bei der Präsentation am Freitag am Firmensitz in Maranello.

Technisch stark überarbeitet, die Nase deutlich kürzer und auch sonst optisch auffallend: Der neue Ferrari erinnert mit seiner Lackierung vor allem auch an den legendären Wagen Niki Laudas Mitte der 70er Jahre. Rund vier Jahrzehnte später ist die Airbox, der Bereich unmittelbar hinter dem Cockpit, wieder weiß. Direkt am Lufteinlass sind zudem die italienischen Nationalfarben angebracht. "Unser Antrieb ist die Leidenschaft", betonte Arrivabene, der von seinen beiden Piloten in einem Einspieler vor der Präsentation mit einem Straßen-Ferrari abgeholt wurde.

Neuer Silberpfeil in Silverstone

"Wir sind spät dran", rief er grinsend seinen weltmeisterlich dekorierten Chauffeuren zu. Dennoch begann die Präsentation mit leichter Verzögerung. Vettel gewann von 2010 bis 2013 viermal nacheinander mit Red Bull den WM-Titel, Räikkönen ist noch immer der bis dato letzte Ferrari-Weltmeister (2007). Neun Jahre nach dem Meisterstück des Finnen will das deutsch-finnische Duo für die Wachablösung sorgen und Mercedes mit Dreifach-Champion Lewis Hamilton und Zweifach-Vize Nico Rosberg stoppen.

Kurz vor der lange angekündigten offiziellen Internet-Präsentation des neuen Ferrari sorgte Mercedes für einen ersten kleinen Aufreger in der Saison. Das Team schickte in Silverstone den neuen Silberpfeil mit der Typbezeichnung W07 zu einer vorgezogenen Testfahrt auf die Strecke. Viel war aus der Ferne zunächst allerdings nicht von dem Auto zu erkennen, dabei hatte Mercedes mit ungewöhnlich vielen Tweets am Freitagmorgen das Interesse seiner Follower geweckt.

"Montagabend können wir mehr sagen"

Ab Montag treffen die Hautpakteure der vergangenen und vermutlich auch der kommenden Saison endlich wieder aufeinander, wenn auf dem Grand-Prix-Kurs bei Barcelona Teil eins der insgesamt achttägigen Testfahrten startet. "Montagabend können wir ein bisschen mehr sagen", kündigte Arrivabene mit Blick auf das Potenzial des Hinguckers in Rot und Weiß an.

Dann wird auch der neue Silberpfeil erstmals zu sehen sein, am Freitag sollte ihn Rosberg aber schon mal fern der Öffentlichkeit fahren. In einem Monat, am 20. März, erlöschen dann die roten Ampeln im Albert Park von Melbourne zum ersten von insgesamt 21 Rennen. Nachdem 2015 nur ein Lehrjahr nach tiefgreifenden personellen Umstellungen - auch mit der Ankunft von Vettel - war, scheuten sich die Scuderia-Protagonisten diesmal nicht mehr vor klaren Kampfansagen an Mercedes.

"Vergangenes Jahr sind wir Zweiter geworden. Es ist ein weiterer Schritt, hoffentlich hilft uns das Auto, diesen zu gehen", meinte Vettel. "Wir wollen bis zum Ende um die WM kämpfen", betonte Arrivabene. Allerdings wisse er, dass das nicht einfach werde: "Unsere Konkurrenz schläft ja nicht." Drei Siege holte die Scuderia in der vergangenen Saison durch Vettel. Der 28 Jahre alte, gebürtige Heppenheimer schraubte seine Erfolgsbilanz in der Motorsport-Königsklasse damit auf 42 Rennsiege hoch. Keinem anderen im Feld gelang es ansonsten, Hamilton oder Rosberg zu bezwingen.

Quelle: n-tv.de

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