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Mikaela Shiffrin ist die jüngste alpine Ski-Weltmeisterin seit 1985.
Mikaela Shiffrin ist die jüngste alpine Ski-Weltmeisterin seit 1985.(Foto: dapd)

Einfädler statt Medaille für Höfl-Riesch: 17-Jährige feiert Slalom-Coup

Das Risiko im zweiten Lauf zahlt sich nicht aus für Maria Höfl-Riesch. Während die 28-Jährige im Slalom ausscheidet, feiert Mikaela Shiffrin ihre erste Goldmedaille bei einer WM - als jüngste Weltmeisterin seit 1985. Silber geht nach Österreich, Bronze nach Schweden.

Enttäuscht: Maria Höfl-Riesch hätte im Slalom gern ihre vierte WM-Medaille gewonnen.
Enttäuscht: Maria Höfl-Riesch hätte im Slalom gern ihre vierte WM-Medaille gewonnen.(Foto: dpa)

Wütend boxte Maria Höfl-Riesch nach der verpassten Slalom-Medaille in die Werbebande. Wenige Meter vor dem Ziel fädelte die 28-Jährige ein und verpasste mit einer guten Zwischenzeit die in Reichweite liegende vierte Medaille dieser Ski-Weltmeisterschaften in Schladming. Während die erst 17 Jahre alte Mikaela Shiffrin ungläubig ihren ersten WM-Titel realisierte, stand die Partenkirchenerin bereits mit dem Rücken zu den Medaillengewinnerinnen am TV-Mikrofon.

"Es ist bitter, so kurz vor dem Ziel auszuscheiden. Sicher wäre eine Medaille möglich gewesen. Es hat nicht sollen sein, trotzdem war es eine Super-WM für mich", sagte Höfl-Riesch nach dem für sie enttäuschenden Ende einer starken WM in Österreich.

Shiffrin fassungslos vor Glück

Shiffrin konnte ihr Glück kaum fassen. Als die Schwedin Frida Hansdotter als Schnellste des ersten Durchgangs im Ziel abschwang und nur die drittbeste Zeit hatte, starrte die junge Amerikanerin auf die Tribüne. Dort jubelten ihre Eltern, die die Tränen nicht zurückhalten konnten. "Ich weiß nicht, ob ich das jemals realisieren werde", sagte Shiffrin, die nun die jüngste Alpin-Weltmeisterin seit 1985 ist. "Ich habe keine Ahnung, was die Goldene für die Zukunft bedeutet."

Silber ging an Michaela Kirchgasser, die in der Super-Kombination noch den undankbaren vierten Platz erreicht hatte und nach ihrer Fahrt von einem rot-weiß-rotem Fahnenmeer frenetisch gefeiert wurde. "Ich bin so froh. Es ist einfach so geil", sagte Kirchgasser, die die Tränen nur mühsam zurückhalten konnte und Mitgefühl für die Viertplatzierte Tanja Poutiainen aus Finnland zeigte. "Ich weiß aus eigener Haut, dass Vierter blöd ist."

Volles Risiko im zweiten Durchgang

Wie in der Super-Kombination nach der Abfahrt lag Höfl-Riesch bei ihrem letzten WM-Auftritt vor dem entscheidenden Slalom zwei Zehntelsekunden hinter der Spitze. "Vierte will man nicht werden, und es ist alles eng beieinander da vorne. Aber es ist mir so lieber, als ganz vorne zu sein. Es gibt im zweiten Durchgang eh nur volles Risiko", beschrieb sie ihre Herangehensweise für den zweiten Durchgang. Acht Tage zuvor hatte sie den Rückstand aufgeholt und sich mit Gold ihre erste Medaille in Schladming gesichert - am Samstag beendete sie ihre erfolgreiche Reise nach Österreich desillusioniert neben der Piste. Bei ihrer letzten Zwischenzeit lag sie 0,09 Sekunden hinter der Spitze, fädelte dann aber ein und schied aus.

Für Höfl-Riesch ist die WM-Bilanz trotzdem sehr gut, Lena Dürr dagegen wird die Titelkämpfe wohl nur wegen der Bronzemedaille im Teamwettbewerb nicht komplett aus ihrer Erinnerung streichen wollen. Nach Pausen während der WM kam die 21-Jährige aus Germering im Slalom zu einem 21. Rang und verschlechterte sich im Vergleich zu ihrer Platzierung nach dem ersten Lauf (17.) noch ein wenig. "Es ging mir heute schon viel besser als im Riesenslalom", sagte Dürr vor dem finalen Lauf. Beim Riesentorlauf zwei Tage zuvor war sie gar nicht mehr angetreten, um sich für den Slalom zu erholen.

 

Christina Geiger schied bei ihrem einzigen WM-Auftritt schon nach rund 30 Sekunden aus und beobachtete Höfl-Rieschs dritten Ausscheider im dritten Spezialslalom nacheinander von der Tribüne. Zu ihrem eigenen Abschneiden sagte sie: "Es gibt Schlimmeres", fügte aber an: "Man hat sich jetzt so lang auf die WM vorbereitet. Es ist halt schön, wenn man das hier miterleben kann, und wenn es dann so schnell wieder vorbei ist, das ist natürlich enttäuschend."

Auch wenn es für die erfolgreiche Titelverteidigung nicht reichte, genoss Marlies Schild (Österreich) ihren Auftritt vor heimischen Publikum trotzdem. Nur 58 Tage nach ihrem Innenbandriss im Knie feierte die Weltmeisterin von Garmisch in Schladming ihr Renn-Comeback.

Quelle: n-tv.de

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