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Eine Pille gegen den Schmerz - aber welche noch gleich? Marvin Ducksch
Eine Pille gegen den Schmerz - aber welche noch gleich? Marvin Ducksch(Foto: picture alliance / dpa)

Schlucken, was vom Arzt kommt?: Antidoping-Experte kritisiert SC Paderborn

Per Jokertor leitet Paderborns Marvin Ducksch den Bundesliga-Sieg gegen Eintracht Frankfurt ein. Danach kommt raus: Spielen konnte Ducksch nur dank einer Schmerztablette - deren Namen er gar nicht kannte. Was der Klub normal nennt, rügen Dopingexperten.

Der Sportmediziner und Antidoping-Experte Perikles Simon sieht im Profifußball die Gefahr, dass der Einsatz von Schmerzmitteln verharmlost wird. Grund sind Äußerungen des Paderborner Spielers Marvin Ducksch vom Wochenende. Der Offensivspieler hatte die Einnahme einer Schmerztablette eingeräumt, um gegen Eintracht Frankfurt überhaupt spielfähig zu sein. Sie war ihm von der medizinischen Abteilung des Vereins gegeben worden.

Simon kritisierte diese Praxis: "Leider ist Schmerzmittelgebrauch ein Thema, das in den nächsten Jahren eventuell der Überarbeitung im Wada-Code bedarf."

Ducksch hatte nach dem Paderborner 3:1-Sieg am Sonntagabend gegen Frankfurt erklärt, dass er nur dank der Tablette auflaufen konnte. Namen und Wirkstoff des Präparats kannte er nicht. "Ich habe mich in der Halbzeitpause am Knie verletzt, habe mir eine Tablette reingezogen - und habe den Schmerz vergessen. Ich weiß selber nicht was es war, aber er war eine sehr gute Tablette", hatte Ducksch gesagt.

Gegenüber der Website "Fussballdoping" teilte der SC Paderborn später mit, dass es sich um eine "Arcoxia-Tabelle gegen Schmerzen im Innenband" gehandelt habe. Dass "ein Spieler nicht weiß, was er bekommen hat, ist normal", hieß es weiter. Der Offensivspieler erzielte zwei Minuten nach seiner Einwechslung in der 66. Minute den Ausgleich des Aufsteigers und leitete damit den Sieg ein.

Simon fürchtet um die Gesundheit der Sportler. Im konkreten Fall kritisierte er vor allem die ärztliche Abteilung der Ostwestfalen: "Es geht mehr drum, den Athleten gesundheitlich zu schützen, und man muss sich die Frage stellen, ob man da nicht schon auf der Ebene der Teamärzte ansetzen muss". Die hätten, glaubt Simon, "eventuell manchmal zu sehr das Wohl des Teams, nicht aber das des Fußballers im Auge".

Die Einnahme von Schmerzmitteln ist laut dem Regelwerk der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada aktuell nicht verboten, jedoch teilweise sehr umstritten. Unter einigen Athleten regt sich bereits Widerstand gegen die Einnahme. "In den USA gibt es schon entsprechende erfolgreiche Klagen von ehemaligen Spielern deshalb", betonte Simon.

Quelle: n-tv.de

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