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Nach insgesamt 16 Elfmetern war der erneute Viertelfinaleinzug von Atletico Madrid in der Champions League perfekt.
Nach insgesamt 16 Elfmetern war der erneute Viertelfinaleinzug von Atletico Madrid in der Champions League perfekt.(Foto: AP)

Erst keine Tore, dann einmalig viele: Atletico schlägt Eindhoven nach Elfer-Krimi

Keine Treffer im Hin- und Rückspiel, damit sorgen Atlético Madrid und PSV Eindhoven im Achtelfinale für ein Champions-League-Novum. Entschädigt werden die Fans mit dem torreichsten Elfmeterschießen der CL-Geschichte. Für Außenseiter Eindhoven endet es bitter.

Die Defensivkünstler von Atlético Madrid haben im Elfmeterschießen zum dritten Mal in Serie das Viertelfinale der Champions League erreicht. Der spanische Tabellenzweite bezwang den niederländischen Meister PSV Eindhoven nach zweimal 0:0 und torloser Verlängerung vom Punkt mit 8:7. Eindhovens Luciano Narsingh war der einzige Fehlschütze, er setzte den Ball nach zuvor insgesamt 14 verwandelten Elfmetern an die Latte. Atleticos Juanfran nutzte anschließend den Matchball für Atlético.

Keine Tore in einem K.o.-Duell hatte es in der Champions League zuvor noch nie gegeben. Dafür bedeuteten die 15 Treffern im Elfmeterschießen dann einen neuen Torrekord in der "Königsklasse". Überschattet wurde die Partie von abstoßendem Verhalten einiger Eindhoven-Fans, die vor dem Spiel Bettler in der Madrider Innenstadt demütigten.

Eindhovens Luciane Narsingh scheiterte als Einziger mit seinem Elfmeter, er setzte den Ball an die Latte.
Eindhovens Luciane Narsingh scheiterte als Einziger mit seinem Elfmeter, er setzte den Ball an die Latte.(Foto: REUTERS)

Im Parallelspiel zur Atletico-Partie hatte sich Manchester City erstmals ins Viertelfinale der Champions League gequält. Nachdem in der Vorwoche bereits Real Madrid, Benfica Lissabon, Paris St. Germain und der VfL Wolfsburg die Runde der letzten Acht erreicht hatten, sind nur noch zwei Plätze zu vergeben. Sie werden am Mittwoch in den Duellen FC Barcelona gegen FC Arsenal (Hinspiel 2:0)und FC Bayern gegen Juventus Turin (Hinspiel 2:2) entschieden.

In Madrid wurden die Atlético-Fans von ihrem Team auf eine harte Probe gestellt. Antoine Griezmann (15.) hätte die Nerven im Estadio Vicente Calderón zwar früh beruhigen können. Der französische Nationalstürmer scheiterte jedoch freistehend an PSV-Torhüter Jeroen Zoet, der ein aufmerksamer Rückhalt des Außenseiters war. Das galt auch bei einer zweiten Griezmann-Gelegenheit (36.). Aufregender wurde es nicht, beide Mannschaften mieden Risiko konsequent.

Erst Torres bringt Schwung

Die Niederländer, nach abgesessener Gelbsperre wieder mit dem früheren Gladbacher Luuk de Jong in der Startelf, wollten als erstes niederländisches Team seit 2007 ins Viertelfinale einziehen. Die PSV versuchte es dazu mit längeren Ballstafetten und spielte mutig nach vorn, gegen eine bestens geordnete Atlético-Abwehr gab es aber kein Durchkommen. Vieles erinnerte ans arg ereignisarme Hinspiel - bis zur 58. Minute und der Riesenchance für die Gäste. Atlético-Torhüter Jan Oblak lenkte einen kunstvollen Schlenzer von Jürgen Locadia an den Innenpfosten, der Ball flog zu Luuk de Jong, der den Ball aber auch per Kopf nicht ins Tor brachte.

Mit der Einwechslung von Fernando Torres wurde der Druck der Gastgeber stärker. Entlastung gab es für Eindhoven selten, aber die Verteidigung hielt (noch) dicht. Torres scheiterte kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit an Zoet, der seinen Schuss an die Querlatte lenkte (86.). 50.135 Zuschauern wäre zumindest die schwache Verlängerung erspart geblieben. Das torreichste Elfmeterschießen der Champions-League-Geschichte entschädigte die Zuschauer dann teilweise, zumindest die spanischen.

Quelle: n-tv.de

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