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Dieses Spruchband hielten KSC-Fans im Zweitligaspiel gegen Leipzig hoch.
Dieses Spruchband hielten KSC-Fans im Zweitligaspiel gegen Leipzig hoch.(Foto: imago/Jan Huebner)

Fan-Krawalle : DFL-Boss springt RB Leipzig zur Seite

Nach den Ausschreitungen beim Zweitligaspiel in Karlsruhe nimmt RB Leipzig den Ligaverband in die Pflicht. Der will sich nun mit den Anfeindungen beschäftigen, die der Klub seit Monaten beklagt.

Der Fußball-Zweitligist RB Leipzig fordert von der Deutschen Fußball Liga nach den jüngsten Fan-Ausschreitungen ein resolutes Vorgehen gegen Krawallmacher. "Wir sehen dringenden Handlungsbedarf. Ich fordere den Ligaverband auf, schnell, energisch und konsequent Position zu beziehen und dann unverzüglich zu agieren", sagte der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff. Der Fußball habe ein offensichtliches Problem, dessen Lösung keinen Aufschub erlaube.

Spieler und Verantwortliche von RB Leipzig waren am Montagabend rund um das Zweitliga-Spiel beim Karlsruher SC von gegnerischen Fans bedroht und angefeindet worden. Unter anderem belagerten Randalierer das RB-Mannschaftshotel, behinderten die Abfahrt des Mannschaftsbusses vom Stadion und bewarfen die Limousine von RB-Sportdirektor Ralf Rangnick mit Farbbeuteln.

Die Krawalle waren der traurige Höhepunkt in einer Reihe von Fan-Protesten gegen den von Getränkehersteller und Hauptsponsor Red Bull initiierten Verein in den vergangenen Wochen. Rangnick sagte: "Was in Karlsruhe passiert ist, hat mit Protesten nichts mehr zu tun. Momentan überschreiten die Chaoten klare Grenzen. So etwas habe ich noch nicht erlebt, das war der blanke Hass."

Schattenargumente und Gewaltfantasien

Laut dem Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Seifert, befassen sich die Vereine der 1. und 2. Bundesliga bei ihrer nächsten Vollversammlung am 26. März mit den jüngsten Fan-Ausschreitungen. Es gebe "eine gewisse Klientel, da muss man nicht über Fanprojekte sprechen, nicht über Verständnis und nicht über Kommunikation, sondern da geht es in erster Linie darum, wie solche Leute aus dem Stadion ferngehalten werden können", sagte Seifert "Bild.de".

Der Fußball könne dieses Problem allerdings nicht allein lösen, betonte der DFL-Geschäftsführer. "Wenn sie aus dem Stadion ferngehalten werden, lebt es der eine oder andere auf der Straße aus", erklärte er. Das Problem sei auch nicht nur auf Leipzig beschränkt: "Wenn es Leipzig nicht gäbe, würde es einen anderen Club treffen." Die Kommerzkritik am von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz finanzierten Verein sei ein "Schattenargument" und ein "Deckmantel, der letztlich irgendwelche Gewaltfantasien überhängt", urteilte er.

Quelle: n-tv.de

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