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Dann doch nicht gegen den FC Bayern auf der Bank: Mirko Slomka.
Dann doch nicht gegen den FC Bayern auf der Bank: Mirko Slomka.(Foto: dpa)

120 Prozent Gelaber: Der HSV versinkt im Chaos

Ein Kommentar von Stefan Giannakoulis

Was für eine Posse: Zu "120 Prozent" werde Mirko Slomka weiter den Fußball-Bundesligisten trainieren, sagt der Aufsichtsratschef. Einen Tag später ist Slomka weg. Und der HSV macht sich lächerlich. Wieder einmal.

Es kann natürlich sein, dass diese 13 Männer absolut keine Ahnung vom Fußball haben: Mirko Slomka, Bert van Marwijk, Rodolfo Cardoso, Thorsten Fink, Frank Arnesen, Michael Oenning, Armin Veh, Ricardo Moniz, Bruno Labbadia, Martin Jol, Huub Stevens, Thomas Doll und Klaus Toppmöller. Da sind die 13 Männer, die in den vergangenen zehn Jahren versucht haben, den Bundesligisten Hamburger SV zu trainieren.

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Es kann aber auch sein, dass beim HSV einiges falsch läuft. Entscheiden Sie selbst. Da passt die Posse um die Entlassung Slomkas am Montagabend prima ins Bild. Ziemlich genau 24 Stunden zuvor hatte Karl Gernandt, Hamburgs Aufsichtsratschef, verkündet: "Wir werden nicht in Panik verfallen, werden nicht handeln - das kann ich zu 120 Prozent garantieren." Natürlich werde Slomka auch im Bundesligaspiel gegen den FC Bayern auf der Bank sitzen. 120 Prozent Gelaber. Und Slomka ist zu 100 Prozent weg. Der HSV macht sich wieder einmal lächerlich und sucht nun Trainer Nummer 14.

Attraktiv ist der Job nun nicht

Doch wer tut sich das an? Vor einem Spiel gegen die Bayern? Das ist die Mannschaft, gegen die die Hamburger Ende März vergangenen Jahres mit 2:9 verloren. Der HSV ist die Lachnummer der Liga, hieß es damals. Manches ändert sich eben nie. Aber da es in den ersten beiden deutschen Profiligen nur 36 Arbeitsplätze als Trainer gibt, wird sich schon jemand finden. Vielleicht Bert van Marwijk? Der Niederländer sucht nämlich einen Job. Allerdings hat er jüngst gesagt: "Rückblickend muss man sagen, dass es ein Fehler gewesen ist, das Angebot beim HSV anzunehmen. Da ging vieles drunter und drüber. So was habe ich noch nie erlebt. Die Konzentration auf den Fußball war fast nicht möglich."

Dann halt Thorsten Fink. Auch er ist seit seiner Entlassung in Hamburg arbeitslos. Oder Michael Oenning, der betreut die Nationalmannschaft der Studenten. Bruno Labbadia hat auch frei, ebenso Martin Jol, Huub Stevens und Klaus Toppmöller. Niemand kann behaupten, der HSV sei ein Karrieresprungbrett. Dabei waren die Hamburger mal wer, die Älteren werden sich erinnern. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sie dem FC Bayern Paroli geboten, 1982 und 1983 wurden sie Deutscher Meister und gewannen den Europapokal der Landesmeister - vor 31 Jahren. Heute ist der HSV ein Klub, bei dem es nicht einmal mehr Spaß macht, Witze über ihn zu reißen.

Wer auch immer Slomka folgt, viel Freude wird er nicht haben. Dennoch werden bereits die branchenüblichen Namen gehandelt. Darunter Thomas Tuchel, der nach seiner Demission beim FSV Mainz überall dort im Gespräch ist, wo eine Stelle frei ist oder eine frei werden könnte. Nun gibt es viele Menschen, die glaubhaft versichern, dass Tuchel sehr viel Ahnung vom Fußball hat. Nur dürfte das für den HSV nicht reichen. Dem Klub der Untrainierbaren ist so einfach nicht zu helfen. Tuchel sollte sich das nicht antun. Aber entscheiden Sie selbst.

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Quelle: n-tv.de

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