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Jürgen Klopp erklärt seinen Rücktritt beim BVB. Auf der PK sind auch viele internationale Journalisten - auch einer, der nur drei Worte Deutsch versteht.
Jürgen Klopp erklärt seinen Rücktritt beim BVB. Auf der PK sind auch viele internationale Journalisten - auch einer, der nur drei Worte Deutsch versteht.(Foto: dpa)
Mittwoch, 15. April 2015

"Why can't I speak German??????": Englischer BVB-Reporter wird Internet-Star

Als Ben Bloom zur Arbeit kommt, ahnt er nicht, dass der Tag Großes für ihn bereithält. Er soll für den "Telegraph" einen Live-Blog zur Abschieds-PK von Jürgen Klopp tickern. Blöd nur, dass er der deutschen Sprache nicht mächtig ist.

Nicht nur in Deutschland sorgt der angekündigte Rücktritt von Jürgen Klopp als Trainer von Borussia Dortmund für ein enormes Interesse. Auch in England steigen die Medien begeistert in die Berichterstattung ein, schließlich gilt Klopp dort wegen seines Charmes auf Englisch als Kultfigur und potenzieller neuer Trainer bei quasi jedem englischen Spitzenklub. Der "Daily Telegraph" zum Beispiel richtet deshalb eigens einen Liveticker ein, um von der für 13.30 Uhr angesetzten Pressekonferenz aus Dortmund zu berichten.

Um 13.37 Uhr, kurz nach Beginn der PK, tickert der zuständige Redakteur Ben Bloom dann jedoch: "Nun, wir haben ein kleines Problem. Sie sprechen Deutsch." Um seine Leser dann wissen zu lassen, dass seine Schulkenntnisse dieser Sprache beim Verständnis der Pressekonferenz leider keine entscheidende Hilfe seien. Genauer genommen: gar keine. Nur zwei Minuten später, um 13.39 Uhr, schreibt Bloom bereits deutlich verzweifelter: "Warum kann ich kein Deutsch???????"

Was dann folgt, beschreibt der Branchendienst Meedia treffend als "Realsatire". Denn Bloom versteht außer Brocken wie "fantastisch", "extrem", "und", "Sport" zwar absolut nichts - aber er setzt den Ticker dennoch bravourös und selbstironisch fort. Und damit begeistert er die Netzgemeinde.

Um 13.41 Uhr schreibt Bloom: "Ich würde Ihnen liebend gern erzählen, was Klopp sagt. Er sagt eine Menge. Aber ich verstehe exakt nichts davon. Deshalb gibt es stattdessen ein Foto, auf dem er sich Wasser einschenkt."

Bitte verratet mich nicht!

Obwohl Bloom zwischendurch einige Übersetzungen erreichen, steigert sich seine Verzweiflung im weiteren Verlauf der Pressekonferenz. Um 13.46 Uhr verspricht er, sich bei seinem früheren Deutschlehrer Dr. Plow zu entschuldigen. Um 13.49 Uhr tickert Bloom, dass Klopp aufgehört habe zu sprechen, dieser sehr sympathisch sei und ihm die Frisur des Noch-BVB-Trainers gefalle. Um 13.55 Uhr merkt Bloom an, dass nun Fragen gestellt werden dürfen, ihm das aber nicht wirklich weiterhelfe: "Ich fürchte, die Fragen sind genauso deutsch wie die Antworten."

Um 13.56 Uhr notiert Bloom in Großbuchstaben: "WARUM HABEN WIR KEINE UNIVERSELLE SPRACHE AUF DIESER WELT?" Kurz darauf entschuldigt er sich "aufrichtig" für den "höchst unprofessionellen" Ticker und bittet darum, seinem Chef nicht zu verraten, dass er gar kein Deutsch könne. Der denke nämlich, "ich übersetze die Pressekonferenz Wort für Wort".

Um 14.05 Uhr ist dann plötzlich alles vorbei - zum Entsetzen von Bloom: "Was zur Hölle tue ich jetzt??? Ich habe noch nicht einen einzigen Leser erleuchtet und sie sind schon alle weg. Erm…" Rettung naht von Lesern, die ihm mit einigen Übersetzungen aushelfen (Gelobt sei der Herr!"). Die gibt Bloom kurzerhand als sein eigenes Werk aus - in der selbstironischen Hoffnung, "das werde schon niemand merken". Seinen Humor verliert Bloom trotz der Misere nie.

Um 15.20 Uhr dann der letzte Eintrag. Diesmal meldet sich aber nicht Bloom, sondern sein Arbeitgeber: "Ben Bloom ist nach Hause gegangen, um Deutsch zu lernen. Er scheint eine Web-Sensation geworden zu sein. (P.S.: Wir haben ihn nicht gefeuert. Bis jetzt.")

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Quelle: n-tv.de

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