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Alles im Griff? Bayern-Coach Josep Guardiola und Sportdirektor Matthias Sammer.
Alles im Griff? Bayern-Coach Josep Guardiola und Sportdirektor Matthias Sammer.(Foto: imago/Horstmüller)

"Mannschaft wächst enger zusammen": FC Bayern grüßt trotzig aus der Wagenburg

Am Ende einer turbulenten Woche muss der FC Bayern zu Auswärts-Angstgegner Leverkusen. Coach Guardiola vertut sich dabei mit der Taktik, den erhofften Sieg gibt es nicht. Trotzdem werten die Bayern zwei verlorene Punkte als Erfolg - gegen Kritiker und Störfeuer.

Interne Krisen und Maulwurf-Affäre? Schlechte Stimmung? Ein Rückfall in alte FC-Hollywood-Zeiten? Nach dem schmucklosen und hart erkämpften 0:0 am Samstagabend bei Bayer Leverkusen waren die Stars des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München sichtlich bemüht, die Wogen der vergangenen Tage zu glätten und die angeblichen medialen Störfeuer auszublenden. "Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass es in der Mannschaft schlecht aussieht", sagte Weltmeister Thomas Müller mit einem Lächeln im Gesicht: "Wir kämpfen auf dem Platz füreinander, spielen fußballerisch gut, und im Bus lacht der eine oder andere sogar mal."

Thomas Müller sieht seinen FC Bayern äußerst gefestigt und ist völlig unbesorgt.
Thomas Müller sieht seinen FC Bayern äußerst gefestigt und ist völlig unbesorgt.(Foto: imago/Revierfoto)

Die Turbulenzen der vergangenen Woche um den scheidenden Trainer Josep Guardiola, die Verletzung von Neuzugang Serdar Tasci im ersten Mannschaftstraining und die Berichterstattung über angebliche Alkoholexzesse von Mittelfeld-Ass Arturo Vidal wollte Müller nicht überbewerten. "Natürlich wird da etwas konstruiert. Es wird versucht, den FC Bayern noch etwas zu ärgern", sagte der 26-Jährige und sendete ein klares Zeichen an die Konkurrenz: "Ich verstehe, dass sich Rest-Deutschland wünscht, dass der Abstand zwischen eins und zwei etwas geringer ist. Aber die Mannschaft ist in einem Top-Verhältnis aufgestellt. Deswegen müssen wir uns da keine Sorgen machen."

Auch Abwehrchef Holger Badstuber bekräftigte: "Die Mannschaft wächst dadurch nur noch enger zusammen" Weil auch Verfolger Borussia Dortmund unter den Augen von José Mourinho Punkte liegen gelassen hatte (0:0 bei Hertha BSC), blieb es in der Tabelle beim alten Abstand von acht Zählern.

"Hätten den Vorsprung gerne ausgebaut"

Dennoch trauerten Müller und Co. der verpassten Chance und den ersten Punktverlusten 2016 nach. "Wir hätten den Vorsprung natürlich gerne ausgebaut - gerade weil Dortmund nicht gewonnen hat", sagte Müller, der erstmals seit dem Ligaspiel in Frankfurt im Oktober 2015 nicht in der Bayern-Startelf gestanden hatte.

Vielleicht fehlte dem Münchner Spiel in Leverkusen auch deshalb die gewohnte Leichtigkeit. Doch auch die aggressive Zweikampfführung und das frühe Pressing der Werkself bereiteten dem Guardiola-Team immense Probleme. Spielfluss kam aufgrund vieler Fouls und Ungenauigkeiten auf beiden Seiten ohnehin kaum auf. Douglas Costa auf der Halbposition konnte in der ersten Hälfte nicht überzeugen, den Münchnern fehlte jegliche Dynamik im Spiel nach vorne.

Bewährte Punktverluste

Das sah auch Guardiola so, der seinen offensichtlichen Aufstellungsfehler mit der Einwechslung von Thiago (52.) und von Müller (60.) korrigierte. Costa rückte wieder auf die Außenposition und kam deutlich stärker zur Geltung. Selbst als Mittelfeldstratege Xabi Alonso mit Gelb-Rot (84./wiederholtes Foulspiel) vom Feld musste, wirkte der FCB dem Führungstreffer näher als Leverkusen.

Weil aber auch Torjäger Robert Lewandowski, frischgekürter Fußballer des Jahres in Polen, die letzte große Chance ausließ (90.+2), blieb es beim 0:0. Seit knapp drei Jahren haben die Bayern in der Liga in Leverkusen nicht mehr gewonnen (zuletzt 2:1 am 16. März 2013). Thomas Müller fand aber auch in dieser Statistik etwas Gutes. "Wir sind die letzten drei Jahre Meister geworden und haben hier in Leverkusen jedes Mal Punkte liegen gelassen", sagte er: "Das hat sich eben bewährt. Deswegen wollten wir das auch diesmal so machen."

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Quelle: n-tv.de

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