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Des Beißers Sperre ist abgelaufen: Luis Suarez darf wieder für Uruguay stürmen.
Des Beißers Sperre ist abgelaufen: Luis Suarez darf wieder für Uruguay stürmen.(Foto: imago/Moritz Müller)

Beißer-Comeback gegen Brasilien: Geläuterter Suárez hat wieder Heißhunger

"El Pistolero" darf wieder für seine Heimat stürmen. Nach seinem Biss gegen Giorgio Chiellini bei der Fußball-WM 2014 kehrt Luis Suárez in Uruguays Aufgebot zurück. Bei seinem "Comeback" geht's gegen Kumpel Neymar, mit dem er eine ironische Wette abgeschlossen hat.

Exakt 640 Tagen sind Uruguays Fußballer ohne Torgarant Luis Suárez mehr schlecht als recht ihrer Pflicht nachgekommen. Sie mussten den WM-Traum 2014 im Achtelfinale begraben, scheiterten als Titelverteidiger bei der Copa América 2015 vorzeitig, starteten aber immerhin erfolgreich in die Qualifikation zur WM-Endrunde 2018. Am Freitag endet die Leidenszeit für "El Pistolero" - und für die "Urus".

Ausgerechnet gegen den Erzrivalen Brasilien und seinen Freund Neymar, kongenialer Sturmpartner beim FC Barcelona, darf der 29-Jährige nach Ablauf der Sperre von neun Pflichtspielen, ausgesprochen vom Weltverband Fifa nach seiner Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini im WM-Gruppenspiel am 24. Juni 2014 (1:0), wieder ran.

"Der neue Luis ist intelligenter"

"Ich bereite mich seit Wochen auf die Rückkehr vor, arbeite daran, Anspannung und Nervosität im Zaum zu halten", berichtet Suárez und gesteht demonstrativ locker: "Mit Neymar habe ich eine Wette um einen Hamburger laufen. Wer verliert, zahlt natürlich." Der Heißhunger ist also da. Von seinen Aussetzern - der "Vampirbiss" gegen Chiellini war bereits der dritte geahndete in seiner Karriere - will er nichts mehr wissen, schließlich gäbe es einen "neuen Luis": moderater, intelligenter, dennoch mit gleicher kämpferischer Einstellung. "Ich setze mich nicht mehr selbst so unter Druck wie bei der WM", enthüllt der Barça-Star.

In der mit 44.730 Zuschauern ausverkauften WM-Arena Pernambuco in Recife, wo Suárez während des Confed Cups 2013 drei Treffer erzielte, muss Uruguays Trainer Oscar Tabaréz bei seinem zehnjährigen Amtsjubiläum dennoch auf bewährte Kräfte verzichten. Spielführer Diego Godín ist verletzt, Ersatzkapitän Maxi Pereira gelbgesperrt.

Dunga steht unter Druck

Mit neun Punkten aus den ersten vier Eliminatorias-Spielen kann "El Maestro" das Duell um eines der vier WM-Direkttickets immerhin gelassener angehen als sein Gegenüber Dunga, der bei sieben Zählern auf der Habenseite wohl nur mit einem Sieg unter den Top 4 bleibt. Nach der WM-Schmach unter anderem mit dem 1:7 gegen Deutschland hält der frühere Stuttgarter Bundesligaprofi stur an seinen Kurswechseln fest, setzt im Tor anstelle eines Routiniers in Alisson auf einen 23 Jahren alten Nachwuchsmann und verzichtet im Sturm weiter auf einen echten "Neuner".

Letzteres sehr zur Freude von Douglas Costa, neben dem Wolfsburger Luiz Gustavo einziger Bundesliga-Profi im Dunga-Kader. "Es gibt keinen Grund, einen Spieler hinzuzufügen oder etwas anderes zu machen. Dinge, die richtig laufen, ändert man nicht", bekräftigt der Offensivmann von Bayern München, der an der Seite von Superstar Neymar und Willian von Englands Meister FC Chelsea zuletzt beim 3:0 gegen Peru erfolgreich im Seleção-Sturm wirbelte. Bei so viel Appetit aufs Spielen droht beim Südamerika-"Clásico" keine Fußball-Magerkost.

Quelle: n-tv.de

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