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"Bin keiner, der 30 Jahre bleibt": Guardiola hat genug vom FC Bayern

Der rastlose Josep Guardiola muss weiter. Drei Jahre beim FC Bayern sind genug für einen Extremtrainer wie ihn. Nun fühlt er sich reif für die Insel. Frei nach dem Motto: Ob City oder United - Hauptsache es ist ab dem Sommer die englische Premier League.

Den rastlosen Josep Guardiola treibt sein Karriereplan in die reichste Liga der Welt. Im Kampf um den begehrten Trainer hatte selbst Deutschlands Fußballgigant FC Bayern keine Chance gegen die sportlichen und auch wirtschaftlichen Verlockungen in England. Das nächste Großprojekt treibt den Spanier nach drei Spielzeiten in München weiter. "Der einzige Grund, warum ich meinen Vertrag nicht verlängert habe, ist: Ich will in England in der Premier League trainieren." Der bald 45 Jahre alte Guardiola wirkte bei seiner ersten Pressekonferenz nach dem vor Weihnachten bekanntgemachten Abschied im Sommer gelöst, beinahe befreit.

"Ich mag neue Restaurants."
"Ich mag neue Restaurants."(Foto: dpa)

Der sonst nach außen so verschlossene Katalane gewährte Einblicke in sein Innenleben. Er muss weiter, nach vier super, super, super erfolgreichen Jahren beim FC Barcelona und einem noch nicht super, super guten Dreijahresstopp in München benötigt er neue Impulse in einem neuen Land, einer neuen Liga, bei einem neuen Arbeitgeber. Der Abnutzungseffekt, so scheint es, wirkt bei einem Extremtrainer wie ihm enorm. "Drei Jahre in einem großen Verein sind genug, denke ich. Ich mag neue Restaurants, eine neue Stadt, neue Personen, neue Stadien. Ich bin kein Trainer, der 30 Jahre bei einem Klub bleibt."

Dass auf Barcelona und den FC Bayern nun als Manchester City folgt, konnte oder wollte Guardiola nicht bestätigen. "Ich habe verschiedene Angebote, aber mich noch nicht entschieden." Auch ManUnited oder der FC Chelsea kämen infrage. Neben Ruhm und Geld treiben ihn sein Ehrgeiz und das Ego an, seinen Dominanz-Fußball auch in England durchzusetzen. "Ich weiß, es ist ein Risiko für mich", aber: "That's, why I like it!" Auf der Zielgeraden in München sieht er für sich keine Risiken. Einen Autoritätsverlust befürchtet er nicht, weil er "keine Zweifel" hege, dass die Spieler weiterhin "das Beste für sich und den Verein" geben werden. Und auch er werde "bis zum letzten Tag das Beste" geben.

"Kleiner Teil der großen Geschichte"

Große Aufgaben, große Ziele warten. Das allerletzte Spiel soll das Champions-League-Finale am 28. Mai in Mailand sein, auch wenn Guardiola weder den Triumph in der Königsklasse noch das Triple als persönliche Messlatte ausgeben mochte. Er könne verstehen, dass seine Zeit in München ohne einen Champions-League-Titel nicht als perfekt angesehen würde. "Aber ich kann mit diesem Druck leben." Von 51 Hinrundenspielen mit dem FC Bayern in der Bundesliga nur eines verloren zu haben, "das ist großartiger als die Champions League".

Demonstrativ machte er sich klein hinter Bayern-Trainerlegenden wie Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld und Udo Lattek: "Ich werde ein kleiner Teil der großen Geschichte dieses Vereins sein." Den großen Wurf zum Abschied wird er trotzdem mit aller Kraft anstreben. Er möchte seinem Nachfolger Carlo Ancelotti nicht nur "eine tolle Mannschaft" hinterlassen, sondern auch ein möglichst großes Erbe, ähnlich wie es bei ihm 2013 bei Jupp Heynckes mit dem Triple der Fall war. Der Italiener sei "perfekt für den Verein". Die rasche Regelung der Trainerfrage begrüßte Guardiola: "Es ist gut, dass schon ein Nachfolger feststeht."

Alle Kräfte können Verein, Trainer und Mannschaft nun für den Angriff auf drei Trophäen konzentrieren. Die Grundlagen sollen von Mittwoch an wieder in Katar geschaffen werden, wo der FC Bayern allen politischen Vorwürfen zum Trotz zum sechsten Mal nacheinander sein Wintercamp bezieht. Die Ziele der Mannschaft mit Noch-Chef Guardiola formulierte David Alaba: "Wir wollen am Ende ganz oben stehen." Und das nicht nur wieder in der Bundesliga. Nach Doha reist der gesamte Kader mit. Auch die noch verletzten Franck Ribéry und Medhi Benatia sowie Weltmeister Mario Götze sollen mitfliegen. Am Persischen Golf wird Guardiola womöglich sogar Zeit dafür finden, den Profis "in drei oder fünf Minuten" zu begründen, warum er seine Zukunft nicht über die Saison hinaus bei ihnen, sondern in England sieht.

Quelle: n-tv.de

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