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Mohammed Abdellaoue traf schon in der 4. Minute zur Führung für Standard Lüttich. Das traf auch zweimal durch Abwehrspieler Kanu, allerdings ins eigene Tor.
Mohammed Abdellaoue traf schon in der 4. Minute zur Führung für Standard Lüttich. Das traf auch zweimal durch Abwehrspieler Kanu, allerdings ins eigene Tor.(Foto: dpa)

Sturmlauf durch die Europa League: H96 schreibt Märchen weiter

Die Europa-Tournee von Hannover 96 geht weiter: Nach dem erstmaligen Einzug ins Achtelfinale eines internationalen Wettbewerbs feiert das Team nun die Viertelfinal-Premiere. Im Rückspiel gegen Lüttich sorgen ein Blitztor, ein Eigentor-Doppelpack und ein später Treffer für einen Glücksrausch.

Applaus vom Chef: Mirko Slomka gefiel, was ihm seine Spieler gegen Lüttich boten.
Applaus vom Chef: Mirko Slomka gefiel, was ihm seine Spieler gegen Lüttich boten.(Foto: dpa)

Mit einer Gala-Vorstellung hat Hannover 96 seine erstaunliche Erfolgsserie fortgesetzt und steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale der Europa League. Der Fußball-Bundesligist qualifizierte sich durch ein hochverdientes 4:0 (2:0) gegen Standard Lüttich für die Runde der besten Acht. Nach dem 2:2 im Hinspiel feierte die Elf von Trainer Mirko Slomka im Stile einer Spitzenmannschaft ihren bislang größten internationalen Erfolg. Bei der zuvor einzigen Europacup-Teilnahme 1992/93 war Hannover in der ersten Runde ausgeschieden.

Vor 43.000 Zuschauern erzielten Mohammed Abdellaoue (4. Minute), Lüttichs Unglücksrabe Kanu (21./73.) zweimal per Eigentor und Sergio Pinto in der Nachspielzeit (90.+3) die Treffer. Serge Gakpe sah bei den Gästen Gelb-Rot (58.). Die Viertelfinals werden an diesem Freitag (13.00 Uhr) am Sitz der Europäischen Fußball-Union in Nyon ausgelost und finden am 29. März und 5. April statt. Schauplatz des Endspiels ist das rumänische Nationalstadion in Bukarest am 9. Mai.

Abdellaoue sorgt für Blitzstart

Hannover 96 - Standard Lüttich 4:0 (2:0)

Tore: 1:0 Abdellaoue (4.), 2:0 Kanu (21., Eigentor), 3:0 Kanu (73., Eigentor), 4:0 Pinto (90.+3)
Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch -  Schmiedebach (85. Lala), Pinto - Stindl, Pander (46. Christian  Schulz) - Abdellaoue (70. Ya Konan), Schlaudraff
Lüttich: Bolat - Ciman (24. Opare), Kanu, Felipe,  Pocognoli - Vainqueur, Buyens - van Damme (71. Seijas), Gakpe -  Tchite, Cyriac (82. Batshuayi)
Referee: Kralovec Zuschauer: 43.000
Schüsse: 9:10 Ecken: 3:4 Ballbesitz: 54:46

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Nach einer Schweigeminute für die Opfer des Busunglücks in der Schweiz bestimmten die Niedersachsen vom Anpfiff an das Geschehen. Angetrieben von den euphorischen Fans setzten die Gastgeber auch ohne den verletzten Torjäger Mame Diouf den Gegner aus Belgien früh unter Druck. Eine Hereingabe des wieder genesenen Spielmachers Jan Schlaudraff klatschte Lüttich-Schlussmann Sinan Bolat nach vorne ab. Abdellaoue nutzte den Fehler aus. Auch beim 2:0 sah die Hintermannschaft der Gäste nicht gut aus. Sergio Pinto trat den Ball in den Strafraum, wo Kanu mit dem Schienbein ins eigene Tor traf.

Hannover wirkte nach der 0:3-Pleite im Bundesliga-Nordderby gegen Bremen am Sonntag alles andere als gehemmt. Mit dynamischem und druckvollem Spiel gelang den 96ern ein Traumstart in die Partie. Vor allem Schlaudraff, der beim 2:2 im Achtelfinal-Hinspiel in Lüttich gesperrt war und in Bremen wegen Rückenproblemen pausieren musste, belebte das Angriffspiel des Bundesliga-Siebten. Wie schon im Hinspiel zeigte sich die Defensive des Fünften der belgischen Liga anfällig, obwohl Lüttich in der Gruppenphase mit nur einem Gegentreffer in sechs Partien das abwehrstärkste Team stellte.

Kanu ist der große Pechvogel

Offensiv gelang den Gästen nicht allzuviel. Allerdings musste Hannover in der ersten Hälfte zwei Schrecksekunden überstehen. Lüttich-Kapitän Jelle van Damme traf nach einem Patzer von 96-Torwart Ron-Robert Zieler per Kopf den Pfosten, beim Abpraller kam Kanu vier Meter frei vor dem Tor ins Straucheln und nicht an den Ball (22.), es war eine tausendprozentige Chance. Kurz vor dem Wechsel zielte Gohi Bi Cyriac aus der Drehung etwas zu hoch. Cyriac hatte seine Gefährlichkeit auch schon in der Duellen der Gruppenphase bewiesen, in denen Hannover mit 0:0 und 0:2 ohne Sieg gegen Lüttich geblieben war.

Nach der Pause ließen die Niedersachsen in ihrem Offensiv-Engagement zunächst etwas nach. Die Belgier kamen zu einer gefährlichen Chance, als Zieler per Faustabwehr gegen Cyriak (56.) klären musste. Durch den Platzverweis für Gakpe schwächte sich Lüttich aber wieder selber. 17 Minuten vor Schluss wurde Kanu zum zweiten Mal angeschossen und in der Nachspielzeit krönte der starke Pinto seine Leistung mit dem 4:0.

Quelle: n-tv.de

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