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"Ich habe einfach probiert, den Ball ins Tor zu kriegen", kommentierte Zlatan Ibrahimovic sein Wahnsinnstor aus gut 30 Metern.
"Ich habe einfach probiert, den Ball ins Tor zu kriegen", kommentierte Zlatan Ibrahimovic sein Wahnsinnstor aus gut 30 Metern.(Foto: dpa)

"Wahnsinnig, verrückt, wunderbar": Ibrahimovic-Tor begeistert alle

Vergöttert wegen seines Talents, verdammt wegen seiner Persönlichkeit - Sturmdiva Zlatan Ibrahimovic polarisiert. Im Testspiel gegen England begeistert der Schwede als genialer Fußballer: mit vier Toren und einem "stratosphärischen Fallrückzieher" aus knapp 30 Metern. Der Fußballwelt steht vor Staunen noch immer der Mund offen.

Schwedens Nationalcoach Erik Hamren kam sich vor wie in einem Videospiel. 90 Minuten waren im neuen Stockholmer Nationalstadion gespielt, die Schweden führten bei der Einweihung ihrer "Friends Arena" nach drei Toren von Zlatan Ibrahimovic mit 3:2 gegen England, als die Sturmdiva aus einer perfekten Einweihungspartie einen unvergesslichen Fußballabend machte - "Eine magische Premiere vor 49.967 Fans", wie die Zeitung "Dagens Nyheter" später schwärmte.

Für Dinge wie diese wird exzentrische Schwede von den Fans geliebt.
Für Dinge wie diese wird exzentrische Schwede von den Fans geliebt.(Foto: REUTERS)

Was war passiert? Nach einer verunglückten Kopfballabwehr von Englands Torwart Joe Hart zeigte der 31-jährige Stürmer "ein solches Kunstwerk" von Tor, wie es "nur einem verwegenen und talentierten Spieler wie Ibrahimovic gelingt", jubilierte "El Mundo". Hart war aus dem Strafraum gekommen und köpfte den Ball fast senkrecht in die Luft. Etwas unglücklich, aber schließlich gut 30 Meter vor dem Tor. Halb so wild. Doch was tat Ibrahimovic, mit dem Rücken zum Tor stehend? Er setzte intuitiv zum Fallrückzieher an – und traf per Bogenlampe zum "Tor des Jahres", mindestens.

"Du denkst, das ist nicht möglich"

"Manchmal, wenn er diese Dinge tut, im Training oder in Spielen, denkst du, das ist nicht möglich. Weil es nicht möglich ist, so etwas zu machen – dieser vierte Treffer zum Beispiel", sagte Hamren. Er wisse nicht, ob er in seinem Leben noch einmal so ein Tor sehen werde. Für Englands Steven Gerrard war es "wahrscheinlich das beste Tor, das ich jemals live gesehen habe". Und er bestritt in Stockholm sein 100. Länderspiel.

Die Bühne in Stockholm gehörte Ibrahimovic. Und die Diva, wegen seines Talents vergöttert und seiner schwierigen Persönlichkeit bisweilen verdammt, genoss das Rampenlicht. Vor der Partie war Gerrard gefragt worden, wie er seine Nationalmannschaftskarriere auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten würde. Sechs oder sieben, sagte Gerrard. Als Ibrahimovic nach seiner Vier-Tore-Gala inklusive lupenreinem Hattrick binnen 14 Minuten mit dem Sensationstor als Krönung dieselbe Frage gestellt wurde, sagte er, ohne zu zögern: "Zehn."

Und wie schießt man so ein unglaubliches Tor? Ganz einfach, sagte Ibrahimovic: machen. "Hart war sehr weit draußen und ich habe einfach probiert, den Ball ins Tor zu kriegen." Also lief er ein paar Schritte, ehe er den Ball aus gut zwei Meter Höhe volley Richtung Tor beförderte. Als der Ball noch in der Luft war, lag Ibrahimovic  bereits am Boden und sah, wie ein Engländer sich an einer verzweifelten Rettungstat versuchte: "Ich wollte noch nein schreien, aber der Ball ging rein."

"Tor der Götter"

Dem Tor, das den Goalgetter vom französischen Topklub Paris St. Germain als Fußballer wohl tatsächlich unsterblich gemacht haben dürfte, maß er selbst viel weniger Bedeutung bei als seinem 1:0-Führungstreffer gegen die Briten, behauptete er zumindest: "Mein erstes  Tor ist mir lieber, denn es war das erste Tor in unserem neuen Nationalstadion und damit ein historisches." Auf ewig unvergesslich wird aber sein "Tor der Götter" ("Daily Mail") bleiben.

"Zlatan Ibrahimovic schießt das Tor des Jahrzehnts und macht Englands Torwart lächerlich. Dieser Spieler schießt Tore nicht nur - er erfindet sie", ergötzte sich "Le Monde" aus Frankreich am Tor zum 4:2. "Der stratosphärische Fallrückzieher war eines der schönsten Tore in der Fußballgeschichte", befand die spanische Zeitung "El Periódico". Und stellte dann noch die naheliegende Frage: "Vielleicht sogar das schönste?"

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Quelle: n-tv.de

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