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Kritische Stimme: Robert Lewandowski.
Kritische Stimme: Robert Lewandowski.(Foto: imago/Nordphoto)
Samstag, 09. September 2017

Transferpolitik und Asienreise: Lewandowski kritisiert den FC Bayern

Robert Lewandowski sieht große Probleme auf den FC Bayern zukommen. Zumindest dann, wenn der Rekordmeister weiter so zögerlich auf dem enthemmten Transfermarkt agiert. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Pole öffentlich beklagt.

Bayern Münchens Torjäger Robert Lewandowski hat sich kritisch über die bisherige Transferpolitik seines Klubs geäußert. "Bayern muss sich etwas einfallen lassen und kreativ sein, wenn der Verein weiter Weltklassespieler nach München lotsen will", sagte der 29 Jahre alte Pole "Spiegel". "Und wenn man ganz vorn mitspielen will, braucht man die Qualität dieser Spieler. Auch, weil solche Stars ihre Mitspieler besser machen." Lewandowski spielt seit 2014 für den deutschen Fußball-Rekordmeister und gewann mit dem Klub dreimal die Meisterschaft.

International könne die Bundesliga "nur über internationale Erfolge und den Ankauf von Topspielern" konkurrenzfähig bleiben, urteilte der Angreifer. Während Klubs wie Paris Saint-Germain und Manchester City im Sommer dreistellige Millionenbeträge auf dem Transfermarkt investierten, agierte der FC Bayern eher zurückhaltend. "Bis heute hat Bayern München nie mehr als rund 40 Millionen an Ablösesummen für einen Spieler bezahlt", sagte der Pole. "Im internationalen Fußball ist das schon längst eine Summe, die eher Durchschnitt als Spitzenwert ist."

Zur neuen Saison hatten die Münchener die beiden Hoffenheimer Sebastian Rudy (ablösefrei) und Niklas Süle (20 Millionen Euro) sowie den Lyoner Corentin Tolisso (41,5 Millionen) verpflichtet. Der bereits seit zwei Jahren von Juventus Turin ausgeliehe Kingsley Coman (21 Millionen) wurde fest unter Vertrag genommen, Nationalspieler Serge Gnabry von Bremen abgekauft (8 Millionen) aber direkt nach Hoffenheim weitergegeben. Außerdem kam Kolumbiens WM-Star James Rodriguez für zwei Jahre auf Leihbasis von Real Madrid.

Der Weltklassestürmer kritisierte auch die Asien-Reise des Bundesligisten im vergangenen Sommer. "Ich bin gegenüber den Auslandsreisen skeptisch", sagte er. "Nicht nur, weil die Belastung in diesen wichtigen Trainingsphasen so hoch ist, sondern weil ich nicht wirklich überzeugt davon bin, dass sie für die Vermarktung einen großen Nutzen haben." Die Bundesliga habe vor allem durch die Sprache im internationalen Vergleich einen entscheidenden Nachteil.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Stürmer über seinen Klub beklagt. Bereits im Frühsommer, nach gewonnener Meisterschaft, aber verpasster Torjägerkanone war Lewandowski sauer. Im Juni klagte er gegenüber der polnischen Boulevardzeitung "Super Express": "Ich war nicht wirklich zufrieden damit, wie mein Team mir geholfen hat. Ich war verärgert, ich war enttäuscht über die Einstellung des Teams." Wenige Tage später legte sein Berater Maik Barthel im "Kicker" nach: "Wie mir Robert erzählt hat, gab es keine Unterstützung und keinen Appell des Trainers, Robert im letzten Spiel zu unterstützen, um Torschützenkönig zu werden. Er war so was von enttäuscht, wie ich ihn noch nie erlebt habe."

Quelle: n-tv.de

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