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"Es ist für mich ein Stück weit unverständlich, dass Real seinen Topscorer verkauft." Sagt Joachim Löw über Mesut Özil.
"Es ist für mich ein Stück weit unverständlich, dass Real seinen Topscorer verkauft." Sagt Joachim Löw über Mesut Özil.(Foto: REUTERS)

Özils Wechsel von Madrid nach London: Löw versteht die Spanier einfach nicht

Von Stefan Giannakoulis

Bevor die DFB-Elf in der WM-Qualifikation gegen Österreich spielt, schickt Bundestrainer Joachim Löw schöne Grüße nach Madrid. Und stellt klar, dass er Mesut Özil niemals verkauft hätte. Abgesehen davon präsentiert er einen prima Plan.

Der Bundestrainer kennt seinen Mesut Özil und redete nicht lange drum herum. "Es ist für mich ein Stück weit unverständlich, dass Real seinen Topscorer verkauft", sagte Joachim Löw. Aber der Spielmacher sei halt eine sensible Seele, die viel Vertrauen brauche. Ich habe mit ihm in den Tagen vor dem Transfer telefoniert. Da konnte man spüren, dass dieses Vertrauen nicht mehr zu 100 Prozent vorhanden war." Von daher sei es eine gute Lösung, dass er nun für Arsenal in London spiele. Nicht nur für Mesut Özil, der beim Training "absolut glücklich und zufrieden" gewirkt habe, sondern auch für die deutsche Nationalmannschaft. Schließlich spiele der FC Arsenal unter Trainer Arsene Wenger Fußball auf technisch sehr hohem Niveau. "Das kommt ihm entgegen."

Alles prima also im Lager der DFB-Elf, die sich in München auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am Freitag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) vorbereitet. Oder wie der Bundestrainer es formuliert: "Das Thema ist bei uns abgehakt." Im Gegensatz zu der Sache mit den vielen Gegentreffern, die seine Mannschaft in jüngster Zeit kassiert. Aber auch da hat Joachim Löw eine Lösung parat. "Wir schießen auf jeden Fall mehr Tore als wir bekommen gegen Österreich. Da bin ich mir relativ sicher." Geht sein Plan auf, wäre das relativ gut für ihn und sein Team auf dem Weg zur Weltmeisterschaft, die in gut acht Monaten in Brasilien beginnt. Es wäre der sechste Sieg im siebten Spiel dieser Gruppe C. Mit einem Erfolg in Torshavn gegen die Färöer am kommenden Dienstag hätten es die Deutschen dann unter Umständen bereits definitiv geschafft.

"Mutig und angriffslustig"

Aber der Bundestrainer ist höflich genug, die Aufmerksamkeit erst einmal auf die Partie gegen die von Marcel Koller trainierten Österreicher zu lenken. Das nächste Spiel ist auch für ihn das wichtigste. Da erwartet er in der mit 68.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena einen hochmotivierten Gegner, der sich in den vergangenen Jahren stark verbessert habe und vor allem taktisch gereift sei. "Mutig und angriffslustig" würden die Österreicher am Freitag auftreten, prophezeite Löw. Er erinnert sich nur allzu gut an das Hinspiel vor knapp einem Jahr, als seine Mannschaft zwar humorlos mit 2:1 gewann, dafür aber viel Glück benötigte.

Interessant ist, was der Bundestrainer seinerzeit nach der Partie versprach: "Die letzten Jahre haben wir daran gearbeitet, nach vorne zu spielen. Jetzt ist die Defensive dran." Nun sagte er vor der Spiel, dass ihm nach dem 3:3 im Testspiel gegen Paraguay vor knapp drei Wochen klar gewesen sei: "Wichtig wird sein, dass wir uns über die defensive Leistung unterhalten." Scheint irgendwie schon länger ein Thema zu sein. Was direkt zu der Frage führt, wer denn nach den Ausfällen von Bastian Schweinsteiger und Ilkay Gündogan auf der Doppelsechs vor der Viererkette neben Sami Khedira für Ordnung sorgen soll.

Joachim Löw sagte zwar, dass er sich noch nicht entschieden habe, deutete aber an, dass er Toni Kroos für einen durchaus geeigneten Kandidaten halte. "Er hat diese Rolle immer ganz gut gespielt bei uns." Ansonsten deutet viel darauf hin, dass Jerome Boateng als Innenverteidiger neben Mats Hummels aufläuft, während Marcel Schmelzer auf der linken Seite verteidigt und Kapitän Philipp Lahm auf der rechten zu seinem 100. Länderspiel kommt. Aber zu viel vom Verteidigen wollte der Trainer dann auch nicht reden. "Ich bin nicht bereit zu sagen, unsere Mannschaft spielt nur noch auf Konter." Schließlich gilt seine Liebe der Offensive. Mit einem Mesut Özil, der sich voll auf ihn verlassen kann.

Quelle: n-tv.de

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