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Zweimal zur Stelle: Thomas Müller vom FC Bayern.
Zweimal zur Stelle: Thomas Müller vom FC Bayern.(Foto: dpa)

Gladbach feiert im Derby, TSG lebt: Müller erlöst gequälten FC Bayern

Zur Pause droht dem FC Bayern ein blaues Lilien-Wunder, am Ende aber gewinnen die Münchner dann doch gegen Darmstadt. Die Gladbacher Borussia schlägt den 1. FC Köln, Werder gerät immer ärger in Not - und die Hoffenheimer senden ein Lebenszeichen.

FC Bayern München - SV Darmstadt 98 3:1 (0:1)

Thomas Müller hat dem FC Bayern München doch noch eine gelungene Einstimmung auf die Champions-League-Prüfung gegen Juventus Turin beschert. Der Fußballweltmeister war gegen den frechen Aufsteiger Darmstadt 98 mit seinen Saisontoren 16 und 17 (48./71. Minute) der Mann des Tages beim 3:1 (0:1)-Sieg des Bundesliga-Tabellenführers. Robert Lewandowski rundete die Europa-Generalprobe in der 84. Minute mit seinem 22. Treffer ab. Trotz fünf gesperrter Akteure machten die Darmstädter den Bayern das Siegen lange Zeit schwerer als gedacht. Die Hessen führten vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena sogar sensationell zur Pause durch ein sehenswertes Kopfballtor von Sandro Wagner (26.).

Hier trifft Darmstadts Sandro Wagner - und Serdar Tasci schaut zu.
Hier trifft Darmstadts Sandro Wagner - und Serdar Tasci schaut zu.(Foto: imago/Jan Huebner)

Dabei schienen die Vorzeichen eindeutig: Ohne Kapitän Sulu, Gondorf, Heller, Rausch und Niemeyer, die wegen Gelb-Sperren fehlten, schien Darmstadt chancenlos. Doch das Team von Trainer Dirk Schuster funktionierte auch so. Und es bewies beim Führungstor Effektivität. Wagner verpasste eine Flanke von Junior Diaz von der linken Seite. Die anschließende Hereingabe von Bundesliga-Debütant Sandro Sirigu von der rechten Seite köpfte der Ex-Münchner Wagner unhaltbar ins Tor. Das 0:1 deckte ebenso wie bei einigen Darmstädter Standardsituationen die Abwehrprobleme der Bayern auf. Auch Leihspieler Serdar Tasci, der sein Bayern-Debüt und Bundesliga-Comeback nach 30 Monaten feierte, wirkte beim Gegentor leicht orientierunglos.

Sein Trainer Josep Guardiola hatte auf das Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag (ab 20.45 im Liveticker bei n-tv.de) in Turin personell reagiert. Kapitän Philipp Lahm stand gar nicht im Kader, der spät eingewechselte Xabi Alonso und sein spanischer Landsmann Thiago saßen auf der Bank. Die Abwehrkette Rafinha, Kimmich, Tasci, Alaba dürfte kaum die Lösung für Juventus lauten. Für den 28 Jahre alten Ex-Stuttgarter Tasci war bei seinem Comeback in der Bundesliga in der 53. Minute Schluss. Der Abwehrwall der Darmstädter hielt erstaunlich lange. Die offensiv ausgerichteten und aufgestellten Bayern fanden nur wenig Raum zum Kombinieren, kamen aber dennoch zu einer Masse an Torchancen. Zwei abgefälschte Schüsse von Arturo Vidal (10.) und Douglas Costa (28.) klatschten an die Latte. Dazu scheiterten Robert Lewandowski (14.), Arjen Robben (25.) sowie in der Nachspielzeit erneut Robben und Joshua Kimmich am guten 98-Schlussmann Christian Mathenia. Energisch kamen die Bayern aus der Kabine. Der Ausgleich fiel schnell. Eine Flanke von Rafinha nahm Müller mit der Brust an und schoss den Ball flach ins rechte Eck - sein 16. Saisontor. Danach erhoben sich die Zuschauer, um Franck Ribéry nach elf Monaten wieder auf dem Platz der Allianz Arena willkommen zu heißen. Und der Franzose legte gleich Lewandowski das vermeintliche 2:1 auf, das wohl zu Unrecht wegen Abseits aberkannt wurde (67.). Egal: Vier Minuten später folgte die große Müller-Show. Eine Hereingabe von Vidal nahm der Nationalstürmer wieder mit der Brust an und vollendete mit einem unhaltbaren Fallrückzieher. Auf Vorlage von Ribéry machte Lewandowski alles klar.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:0 (1:0)

Mit dem 46. Sieg im 84. rheinischen Derby hat sich Borussia Mönchengladbach wieder auf die internationalen Startplätze vorgeschoben. Nach zuletzt drei Niederlagen in vier Rückrundenspielen gab es gegen den 1. FC Köln einen 1:0 (1:0)-Erfolg. Vor 52.226 Zuschauern im Borussia-Park erzielte Mo Dahoud (9.) den Treffer für die Gastgeber, die seit mehr als sieben Jahren kein Heimspiel mehr gegen den FC verloren haben.

Tor für die Borussia: Mo Dahoud.
Tor für die Borussia: Mo Dahoud.(Foto: imago/Uwe Kraft)

Die zuvor auswärts fünfmal unbesiegten Kölner mussten wegen eines Fan-Boykotts auf einen Teil ihrer Anhänger verzichten. In einem somit von Seiten der Kölner Anhänger recht stimmungslosen Derby übernahmen die Gladbacher gleich die Initiative und hatten durch Oscar Wendts Rechtsschuss (2.) auch die erste Tormöglichkeit. Gleich die zweite Chance nutzten die Gastgeber: Nach Vorarbeit von Raffael schob Dahoud den Ball an Kölns Torwart Timo Horn vorbei zum 1:0. Trotz der Überlegenheit der Gladbacher blieb die Partie lange eng, obwohl die Gäste nicht zu ihrem Rhythmus fanden und auch selten für Gefahr sorgten. Anthony Modeste hatte in der 54. per Kopf die erste Chance für den FC, zuvor vergaben auf der anderen Seite erneut Stindl und Granit Xhaka. Die beste Ausgleichschance durch den eingewechselten Milos Jojic vereitelte Torhüter Yann Sommer. In der am Ende hektischen Partie retteten die Borussen den verdienten Sieg über die Zeit.

Hertha BSC - VfL Wolfsburg 1:1 (0:0)

Die Auswärtskrise des VfL Wolfsburg in der Liga hält an. Drei Tage nach dem 3:2 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei KAA Gent kam das Team von Trainer Dieter Hecking bei Hertha BSC zu einem schmeichelhaften 1:1 (0:0). Die seit knapp vier Monaten auf fremden Plätzen sieglosen Wolfsburger bleiben das auswärtsschwächste Team der Liga und drohen damit das Saisonziel Champions-League-Qualifikation zu verspielen. Marcel Schäfer hatte den erschreckend harmlosen VfL vor 40.000 Zuschauern im Olympiastadion zwar quasi aus dem Nichts heraus in Führung geschossen (53.), doch Stürmer Salomon Kalou gelang nur sieben Minuten später der verdiente Ausgleich für die in der Rückrunde sieglosen Berliner.

FC Ingolstadt 04 - Werder Bremen 2:0 (1:0)

Nach dieser Niederlage bleibt der SV Werder Bremen ein ernsthafter Kandidat für den Abstieg. Wieder blieb die schlechteste Abwehr der ersten Liga nicht ohne Gegentreffer, die Hanseaten unterlagen mit 0:2 (0:1) beim FC Ingolstadt. Der Aufsteiger dagegen feierte bei nasskaltem Wetter durch Treffer von Benjamin Hübner (12.) und Lukas Hinterseer (90., Foulelfmeter) seinen dritten Heimsieg nacheinander und hat nun zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz - und auf Werder Bremen.

TSG Hoffenheim - FSV Mainz 05 3:2 (1:1)

Trainer-Novize Julian Nagelsmann hat mit der TSG Hoffenheim ein begeisterndes Heimdebüt gegeben. Der 28-Jährige feierte mit dem Tabellenvorletzten in Sinsheim beim 3:2 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 den zweiten Saisonheimsieg. Vor 24.019 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena hatte zunächst John Cordoba (11. Minute) für die Gäste getroffen. Nadiem Amiri (13.) und zweimal Mark Uth (68./76.) brachten die angriffslustigen Kraichgauer mit 3:1 in Führung, ehe Jairo Samperio (78.) noch verkürzte.

Für die Rheinhessen war es nach zuvor drei Siegen in Serie ein Rückschlag im Kampf um die Europaligaplätze. Nagelsmann hatte am vergangenen Wochenende beim 1:1 in Bremen seine Premiere als jüngster Chefcoach der Erstliga-Historie gefeiert. Im Duell der beiden laufstärksten Teams überzeugten die Hoffenheimer nun mit viel Offensivgeist. Sie stellten mit diesem Erfolg zudem den Anschluss zum Relegationsplatz wieder her. Die TSG hatte die Kampagne "Alle gegen Einen - Alle gegen den Abstieg" ausgerufen - und legte wild entschlossen los. Der Rückschlag erfolgte aber schnell: Bei einem Konter entwischte der kolumbianische Stürmer Cordoba seinem Bewacher Fabian Schär und tunnelte Torhüter Oliver Baumann. Doch nur zwei Minuten glich Jungstar Amiri auf Zuspiel von Eduardo Vargas aus.

Im Vergleich zur Amtszeit von Huub Stevens ("Die Null muss stehen") stürmten die Hoffenheimer so elan- und fantasievoll, als hätte Nagelsmann einen Nicht-Angriffs-Befehl aufgehoben. Nach einer halben Stunde hätte der bisherige A-Jugend-Coach der TSG beinahe erneut gejubelt: Schiedsrichter Günter Perl pfiff die Hoffenheimer zurück, nachdem Keeper Loris Karius mit seinem Mitspieler Leon Balogun und Vargas kollidierte. Beim Schuss von Mark Uth weit außerhalb des Strafraums kullerte der Ball ins Netz, aber der Referee gab den Treffer nicht. Die Handschrift von Nagelsmann war unverkennbar, für Konter blieb seine Mannschaft jedoch anfällig. In der 40. Minute musste Baumann in höchster Not gegen Christian Clemens retten. Nach der Pause schienen sich die Mainzer zunächst besser auf den offensiven Gegner eingestellt zu haben. Dann aber schlug der bisherige Bankdrücker Uth zweimal zu. Glück hatte Hoffenheim, als Niklas Süle nach einem Schuss von Fabian Frei auf der Linie rettete. Nach dem Anschlusstreffer durch Samperio hatten die Hoffenheimer noch bange Minuten zu überstehen.

Quelle: n-tv.de

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