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RB-Sportdirektor Ralf Rangnick eilt mit dem Handy in der Hand zum Schiedsrichter. Mats Hummels will ihn aufhalten.
RB-Sportdirektor Ralf Rangnick eilt mit dem Handy in der Hand zum Schiedsrichter. Mats Hummels will ihn aufhalten.(Foto: imago/Matthias Koch)
Donnerstag, 26. Oktober 2017

Kritik für Handy-Aktion: Rangnick mutiert zum Video-Schiedsrichter

Mit dem Pausenpfiff im DFB-Pokal gegen die Bayern stürmt RB-Sportdirektor Ralf Rangnick auf den Platz. Er will dem Schiedsrichter ein Handy-Video von einer umstrittenen Elfmeter-Entscheidung zeigen. Die Situation löst unmittelbar Tumulte aus und bringt viel Kritik.

Für seine Video-Beweis-Aktion in der Halbzeit des Fußball-Pokalkrimis zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern hat RB-Sportdirektor Ralf Rangnick Unverständnis geerntet. Sogar Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl war wenig begeistert. "Das geht natürlich auch nicht. Das kann in dem Fall dazu führen, dass der Schiedsrichter sich denkt: Na ja, so darf er mir nicht kommen", sagte der Trainer, obwohl auch er unzufrieden mit der Leistung des Referees war. 

Video

Rangnick war unmittelbar nach dem Pausenpfiff in der Red Bull Arena mit seinem Smartphone auf den Platz gestürmt, offensichtlich um den Schiedsrichtern eine höchst umstrittene Szene noch einmal zu zeigen. Referee Felix Zwayer hatte einen Elfmeter-Pfiff wieder zurückgenommen und auf Freistoß für Leipzig entschieden. "Es geht nicht, dass er mit dem Handy zum Schiedsrichter geht, um ihm Szenen zu zeigen", sagte Bayerns Mats Hummels zu Rangnicks Auftreten.

Der Weltmeister hatte sich dem RB-Sportdirektor als erstes in den Weg gestellt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das erlaubt oder gewollt ist", sagte Hummels. "Ich habe Herrn Rangnick gesagt, dass er das nicht nötig hat und das es unsportlich ist. Es war relativ sachlich von meiner Seite aus." Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte: "Ich würde keinem empfehlen, zum Schiedsrichter zu gehen, weil es keinen Sinn hat. Ich verstehe die Emotionen, aber es bringt nichts."

Der ehemalige Referee Peter Gagelmann meinte als Experte des Bezahlsenders Sky: "Wenn ein Verantwortlicher von der Tribüne in den Innenraum geht und dem Schiedsrichter eine Szene auf dem Handy zeigen möchte, dann finde ich das außerordentlich schlimm. Das kann nicht sein und das  geht nicht. Es gab dann ja auch den Innenraumverweis, der völlig korrekt ist."

Die Leipziger mussten letztlich mit 4:5 im Elfmeterschießen das Aus in der zweiten Pokalrunde hinnehmen. Durch einen äußerst fragwürdigen Elfmeter, den Hummels als "Königin der Konzessionsentscheidungen" bezeichnete, waren die Rasenballsportler in Unterzahl in der 68. Minute durch Emil Forsberg in Führung gegangen. Thiago hatte nur fünf Minuten später ausgeglichen.

Quelle: n-tv.de

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