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"Wir wollen dem Gericht plausibel machen, dass der Junge bei uns Fußball spielen kann": Breno.
"Wir wollen dem Gericht plausibel machen, dass der Junge bei uns Fußball spielen kann": Breno.(Foto: dapd)

Ex-Münchner noch im Gefängnis: São Paulo angelt sich Breno

Es klingt nach Weihnachtsmärchen. Der FC São Paulo nimmt den früheren Bundesliga-Profi Breno unter Vertrag. Doch noch sitzt der 23-Jährige Ex-Münchner in Untersuchungshaft. Kommt er auf freien Fuß, darf er in seiner Heimat auf einen Neuanfang hoffen.

Der tief gestürzte Fußball-Profi Breno darf nach einer möglichen Entlassung aus der Untersuchungshaft auf einen sportlichen Neuanfang in seiner Heimat hoffen. Sein früherer Verein FC São Paulo hat den brasilianischen Innenverteidiger nach eigenen Angaben unter Vertrag genommen. Damit wolle man Breno "Sicherheit, Stabilität und vor allem eine Perspektive" bieten, teilte der Klub mit.

Derzeit sitzt der frühere Bundesliga-Profi des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München, der im Sommer wegen schwerer Brandstiftung zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden war, noch in Untersuchungshaft ein. Gegen das Urteil des Landgerichts München I hatte Brenos Verteidigung Revision eingelegt. Darüber könnte der Bundesgerichtshof nach Ansicht von Brenos Anwalt Steffen Ufer im Februar oder März entscheiden.

Vor mehreren Wochen legte Ufer bereits Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen die fortdauernde Untersuchungshaft seines Mandanten ein. "Es gibt keine neuen Umstände, die seine Inhaftierung gerechtfertigt hätten", sagte Ufer. "Wir hoffen auf eine baldige positive Entscheidung, da die Münchner Gerichte Breno entgegen der allgemein üblichen Rechtspraxis eingesperrt haben", erklärte der Rechtsanwalt im "Münchner Merkur" weiter. Ein Gerichtssprecher bestätigte am Freitag den Eingang der Beschwerde.

"Eine Lex Breno darf es nicht geben"

Das Münchner Landgericht hatte es im Sommer als erwiesen angesehen, dass der damalige Bayern-Profi im September 2011 die von ihm angemietete Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald angezündet hatte. Breno war im Alter von 18 Jahren für eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro als großes Abwehr-Talent nach München gekommen. In Deutschland konnte er aber nie richtig Fuß fassen.

Ziel sei die "effektivste Form" gewesen, "nicht nur dem Spieler, sondern auch seinen Angehörigen Unterstützung zu bieten", begründete der brasilianische Verein seinen ungewöhnlichen Schritt. Für den Klub war Breno vor seinem Wechsel an die Isar aufgelaufen. Sobald es dem Abwehrspieler möglich sei, nach Brasilien zurückzukehren, könne er im Verein seine "regelmäßigen Aktivitäten aufnehmen" und werde "entsprechend bezahlt", teilte der Verein weiter mit. Ufer erklärte dagegen, sein Mandant habe lediglich ein Angebot seines früheren Vereins erhalten. "Er hat nichts unterschrieben und weiß auch, dass das Unsinn und kontraproduktiv wäre in jeder Hinsicht", sagte Ufer der Zeitung weiter. Das Angebot werde Breno erst annehmen, "wenn in Deutschland alles erledigt ist". Dem pflichtete Brenos Ehefrau Renata bei: Ihr Mann wolle gerne nach Brasilien zurückkehren - "aber erst wenn diese Angelegenheit völlig geklärt ist", sagte sie dem brasilianischen Portal ULO Esporte.

Angebote zur Unterstützung hatte Breno zudem nicht nur vom FC Bayern erhalten, sondern auch vom Bundesligisten 1. FC Nürnberg, bei dem der Brasilianer 2010 kurzzeitig im Einsatz war. Noch am Montag hatte Club-Sportvorstand Martin Bader im "Kicker" betont, der junge Brasilianer könne im Fall eines offenen Vollzugs bei den Franken trainieren. "Wir wollen dem Gericht plausibel machen, dass der Junge bei uns Fußball spielen kann", sagte Bader. Er stellte aber auch klar: "Eine Lex Breno darf es nicht geben."

Quelle: n-tv.de

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