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Vertragsverlängerung zum Jubiläum: Slomka bleibt Hannovers Star

Seit Monaten verhandeln Hannover 96 und Mirko Slomka über einen neuen Vertrag. Pünktlich zu seinem 100. Bundesliga-Spiel verlängert der Erfolgstrainer endlich. Er bleibt damit Hannovers Aushängeschild, dem er Tempofußball und ein neues Image beschert hat.

Mirko Slomka und Hannover 96 - das passt auch in Zukunft.
Mirko Slomka und Hannover 96 - das passt auch in Zukunft.(Foto: dpa)

Früher, als die Deutschen noch häufiger Harald Schmidt geschaut haben, hat sich der Entertainer herrlich über Hannover lustig gemacht. Nach dem Motto: "Hannover liegt zwar nicht am Arsch der Welt, aber man kann ihn von dort aus sehr gut sehen." Früher wurde auch 96 belächelt - als graueste aller grauen Mäuse in der Fußball-Bundesliga. Doch auch das ist mittlerweile vorbei.

Zum einen interessiert sich kaum ein Deutscher mehr für Harald Schmidt, zum anderen hat Mirko Slomka aus dem einstigen Mauerblümchen 96 die Nummer eins im Norden geformt. Vor Werder Bremen. Vor dem Hamburger SV. Niemand in der Liga lacht mehr über Hannover 96. Und deswegen wollte Klub-Chef Martin Kind seinen Erfolgstrainer auch unbedingt halten.

Nach monatelangen, zähen Verhandlungen haben sich die Parteien nun pünktlich vor Slomkas 100. Bundesliga-Spiel am kommenden Wochenende auf einen neuen Vertrag bis 2016 geeinigt. Es sei zwar noch nichts unterschrieben, "aber Einigkeit ist da", sagte Kind, "jetzt kann es losgehen". Dies bestätigte auch Slomka. "Es wäre schön, wenn es noch vor dem Leverkusen-Spiel mit der Unterschrift klappt. Wenn nicht, machen wir es Anfang nächster Woche", sagte der 45 Jahre alte Trainer.

Zähe Verhandlungen

Die Verhandlungen haben länger gedauert, als es Kind lieb war. Wochenlang ging es hin und her - mal war Slomka muksch, also ein bisschen beleidigt, dann wieder der Klub. Durch widersprüchliche Aussagen zum Stand der Gespräche entwickelte sich eine erstklassige Provinz-Posse. In einem Interview hatte Slomka vor einigen Wochen bereits eine Entscheidung "pro Hannover" verkündet, nur um ein paar Minuten später zu relativieren. Zuletzt war der Trainer von dem Thema nur noch genervt.

"Ich habe kein großes Bedürfnis, diese Fragen jede Woche zu beantworten", sagte Slomka, der sich über den Durchbruch bisher noch nicht äußern wollte. Beide Seiten hatten seit Monaten ihre Bereitschaft betont, die erfolgreiche Partnerschaft über den Sommer 2013 hinaus fortzusetzen. Doch dass sich die Verhandlungen nun so lange hinzogen, lag nicht zuletzt an Slomka. Der smarte Mathematik- und Sportlehrer legt hinter den Kulissen gerne sein Dauerlächeln ab.

Mehr Macht für den Trainer

Wenn es darum geht, die eigenen Vorteile und Machtverhältnisse im Klub zu sichern, kann der ehrgeizige Slomka recht empfindlich werden. Nicht zuletzt wollte Slomka, einer der wenigen Trainer der Liga mit eigener Website, die Kompetenzen zwischen ihm und Sportdirektor Jörg Schmadtke geregelt haben. Die Beziehung der beiden Alpha-Tiere wird nur noch vom gemeinsamen Erfolg zusammengehalten. "Beide stehen für den Erfolg. Es ist förderlich, dass sie ihre Entscheidungen als Wettbewerb sehen", sagte Kind der "Sport Bild", "das ist der Motor des Erfolgs."

Slomka hatte in den mühsamen Verhandlungen stets die besten Argumente. Er hat die früher immer belächelten Niedersachsen auf Erfolg getrimmt und das Image poliert. Er hat dem Team der No-Names konsequent seine Spielidee vom bedingungslosen Pressing und überfallartigen Kontern aufgedrückt. Er hat 96 zwei Mal in Folge in die Europa League geführt. Kein Wunder, dass Kind ihn trotz der zähen und langen Verhandlungen unbedingt halten wollte und ihm jetzt wohl rund 100.000 Euro Gehalt im Monat überweist. Über 96 soll auch in Zukunft nicht mehr gelacht werden.

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Quelle: n-tv.de

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