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Dresdner Fans protestieren gegen die Auflagen des DFB.
Dresdner Fans protestieren gegen die Auflagen des DFB.(Foto: dapd)

DFB-Pokal 2013/14 ohne Dresden: Sportgericht schließt Dynamo aus

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden wird vom Sportgericht wegen wiederholter Ausschreitungen seiner Fans vom DFB-Pokal in der Saison 2013/14 ausgeschlossen. Grund sind die Fans.

Zweitligist Dynamo Dresden ist vom Sportgericht  des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen Ausschreitungen seiner Fans vom kommenden DFB-Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Als Grund nannte das Sportgericht in Frankfurt/Main nach mehr als siebenstündiger Verhandlung "fortgesetztes unsportliches Verhalten" der Dynamo-Fans.

Bei den Ausschreitungen am 31. Oktober in Hannover.
Bei den Ausschreitungen am 31. Oktober in Hannover.(Foto: dapd)

Vor dem Spiel der zweiten Pokalrunde bei Hannover 96 am 31. Oktober (3:4 i.E.) hatten Dresdner Fans die Eingänge der WM-Arena gestürmt. Zudem wurde Pyrotechnik gezündet. Drei Anhänger wurden festgenommen, außerdem kamen 18 Personen vorübergehend in polizeilichen Gewahrsam. Insgesamt gab es neun Verletzte.

Hannover 96 muss als Folge der Krawalle eine Geldbuße von 70.000 Euro zahlen. In das Urteil des DFB-Sportgerichts unter Vorsitz von Hans E. Lorenz flossen weitere Verfehlungen der Fans beider Mannschaften in anderen Spielen dieser Saison ein.

Beim Pokalduell Ende Oktober hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet. Es gab neun Verletzte und drei Festnahmen. Bereits vor dem Anpfiff hatten Dynamo-Fans in einigen Stadionbereichen die Eingänge zu den Blöcken gestürmt. Nach der Partie liefen rund 200 Gäste-Anhänger auf den Rasen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.

Die Dresdner sprechen von "Fan-Kultur".
Die Dresdner sprechen von "Fan-Kultur".(Foto: dpa)

In der mündlichen Verhandlung hatte der als erster Zeuge geladene Klaus-Dieter Dunkel von der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit die Dynamo-Anhänger schwer belastet. Sie hätten einen "äußerst aggressiven Eindruck gemacht. Man hat zum Teil hasserfüllte Gesichter gesehen", sagte Dunkel.

Dresden hatte im Vorjahr wegen der Krawalle in Dortmund schon eine drastische Strafe erhalten. Der damals vom Sportgericht verhängte Pokal-Ausschluss wurde in einer Berufungsverhandlung in eine Strafe von 100.000 Euro und ein Geisterspiel in der 2. Liga umgewandelt.

Dresdner trennen sich von Loose

Erst am Wochenende hatte der Zweitligist auf seine sportliche Talfahrt reagiert und Trainer Ralf Loose mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Diese Entscheidung traf die Klubführung nach der 0:3-Heimniederlage gegen den VfL Bochum. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg hatten sich die Abstiegssorgen des achtmaligen DDR-Oberliga-Meisters nochmal verschärft. Vor der Pleite im eigenen Stadion hatte Dynamo dreimal in Folge remis gespielt.

Loose hatte das Traineramt in Dresden im April 2011 von Matthias Maucksch übernommen. In der vergangenen Saison überzeugten die Sachsen unter Loose mit dem frühzeitig gesicherten Klassenerhalt.

Quelle: n-tv.de

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