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20 Spieltage und 14 Punkte: Stevens wird die Rettungsmission in Hoffenheim nicht erfüllen. Wegen Herzrhythmusstörungen legte er sein Amt nieder.
20 Spieltage und 14 Punkte: Stevens wird die Rettungsmission in Hoffenheim nicht erfüllen. Wegen Herzrhythmusstörungen legte er sein Amt nieder.(Foto: dpa)

Akute Herzrhythmusstörungen: Stevens tritt als Hoffenheim-Coach zurück

Die Mission Klassenerhalt kann Huub Stevens in Hoffenheim nicht mehr erfüllen. Der Niederländer legt sein Traineramt beim Bundesliga-Vorletzten wegen Herzproblemen nieder. Den Verein trifft der Rücktritt zur Unzeit, eine neue Trainerlösung gibt es noch nicht.

Huub Stevens hat sein Traineramt bei 1899 Hoffenheim wegen "Herzrhythmusstörungen" niedergelegt. Das sagte der Niederländer auf einer anlässlich seines Rücktritts einberufenen Pressekonferenz. Es sei möglich, dass er sich in "kürzerer Zukunft" sogar einer Operation unterziehen müsse, sagte Stevens.

Fünfter Trainerwechsel der Saison

1. Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach) - 20. September 2015 | Nachfolger: André Schubert

2. Markus Gisdol (1899 Hoffenheim) - 26. Oktober 2015 | Nachfolger: Huub Stevens

3. Alexander Zorniger (VfB Stuttgart) - 24. November 2015 | Nachfolger: Jürgen Kramny

4. Michael Frontzeck (Hannover 96) - 21. Dezember 2015 | Nachfolger: Thomas Schaaf

5. Huub Stevens (1899 Hoffenheim) - 10. Februar 2016 | Interims-Nachfolger: Alfred Schreuder/Armin Reutershahn

Der 62-Jährige erklärte, in der brisanten Situation des Tabellen-17. verdiene der Verein "einen Trainer, der 120 Prozent" bringen kann, um den Verein vor dem Abstieg zu retten. Dazu sei er derzeit aber nicht in der Lage.

Sportdirektor Alexander Rosen sagte, der Verein sei von Stevens Entschluss überrascht worden. Die Gründe für den Rücktritt seien aber "absolut nachvollziehbar". Stevens' Nachfolge sollen vorerst seine beiden bisherigen Assistenten Alfred Schreuder und Armin Reutershahn übernehmen.

Offen ist, ob Julian Nagelsmann das Traineramt in Hoffenheim nun womöglich vorzeitig antritt. Der 28-Jährige sollte den Verein eigentlich erst ab der kommenden Saison übernehmen, da er zuvor noch seinen DFB-Trainerschein machen muss. Sein Vertrag in Hoffenheim läuft bis 2019.

Stevens hatte erst Ende Oktober die Nachfolge des entlassenen Markus Gisdol angetreten. Sein Vertrag lief bis zum Saisonende. In zehn Partien unter der Regie des Niederländers verbuchten die Hoffenheimer lediglich einen Sieg und nur acht Zähler. Nun endete seine Amtszeit vorzeitig nach nur 107 Tagen - offenbar auch für den Verein unerwartet. "Wir waren genauso überrascht", sagte Mediendirektor Christian Frommert.

"Trainerwechsel keine Alternative"

In der Tabelle belegt Hoffenheim nach 20 Spieltagen mit nur 14 Punkten den 17. Rang. Der Rückstand auf den nächsten Gegner Bremen auf dem Relegationsrang beträgt bereits fünf Punkte.

Den jüngsten Rückschlag im Abstiegskampf hatte die TSG erst am Sonntag erlebt, als das Heimspiel gegen den Aufsteiger und direkten Konkurrenten Darmstadt 98 mit 0:2 verloren wurde. Ein Wechsel auf der Trainerbank hatte sich dennoch nicht angedeutet. "Es ist keine Alternative, den Laden zuzumachen. Und ein Trainerwechsel ist auch keine Alternative", hatte Sportchef Alexander Rosen nach dem sportlichen Offenbarungseid gesagt. Nun sorgten Stevens' gesundheitliche Probleme für den Rücktritt des Niederländers.

Quelle: n-tv.de

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